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Inhaltsverzeichnis
Themen des
Online-Lehrbuchs Web 2.0:
Einleitung
Was ist das Web 2.0?
Lernen 2.0
Wikipedia
verstehen
Politik 2.0
Wirtschaft 2.0
Gesellschaft 2.0
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Wikipedia verstehen
"Kein anderes Social-Software-Projekt hat in den letzten Jahren so
viel Aufmerksamkeit, Bewunderung und Kritik erfahren wie die Online-Enzyklop�die
Wikipedia. Das gro�e Interesse an der Wikipedia l�sst sich nicht
allein damit erkl�ren, dass scheinbar aus dem Nichts innerhalb
weniger Jahre die gr��te Enzyklop�die der Welt entstand. Aufsehen
erregte vor allem, wie sie entstand: In der Wikipedia kann
nicht nur jeder Benutzer eigene Artikel erstellen, sondern auch
fremde Lexikoneintr�ge frei bearbeiten" (Ebersbach u.a. 2011, S.
55). |
in Kooperation mit:
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"Jeder kann schreiben, was er will" - das
ist die g�ngige Vorstellung von Wikipedia. Dass dabei nichts
herauskommen kann, scheint auf der Hand zu liegen, weswegen Wikipedia an
vielen Schulen und Hochschulen zumindest verp�nt, h�ufig sogar verboten
ist. Die Gegner lassen sich auch nicht davon beirren, dass Studien der
Online-Enzyklop�die eine hohe Qualit�t bescheinigen. In diesem Abschnitt
versuchen wir, die Informationen zusammenzustellen, die f�r das
Verst�ndnis dieses faszinierenden Projekts unerl�sslich sind, um
abschlie�end zu argumentieren, warum Wikipedia in Schule und Hochschule
nicht nur eingesetzt werden kann, sondern sogar verwendet werden
sollte (siehe Fazit). Der Abschnitt gliedert sich in neun Kapitel:
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Wikipedia - wie Wikis funktionieren
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1. Wie ist Wikipedia entstanden?
�Ein Urtraum der Aufkl�rung scheint wahr zu werden. Dass ein Publikum
sich selbst aufkl�re, schrieb einst Immanuel Kant, sei unausbleiblich,
wenn man ihm nur die Freiheit lie�e, von seiner Vernunft �ffentlich
Gebrauch zu machen. Die neue bunte Bildungsb�rgerbewegung, die mit
B�hnen wie Wikipedia entstanden ist, f�hlt sich dieser Tradition
durchaus verpflichtet. Freiheit, N�tzlichkeit, Vereinsarbeit: E-mancipation
als Aufkl�rung Version 2.0. Ein Massenph�nomen ist so entstanden, dessen
Auswirkungen bislang nur zu erahnen sind.�
[Frank Hornig: �Du bist das Netz!; in: Spiegel 29/2006, S. 62f.]
Was ist ein Wiki?
Um Wikipedia zu verstehen, muss man zun�chst wissen, was ein Wiki ist,
denn dabei handelt es sich um die Software, die dem Projekt Wikipedia
zugrundeliegt (siehe auch Seite "Elemente
des Web 2.0"). Der Softwareingenieur Ward Cunningham entwickelte
bereits 1995 das erste Wiki. Er suchte nach einer Websoftware, die eine
Plattform f�r �shared design wisdom� bietet - ein Autorenwerkzeug,
das Publizieren ohne technische Sonderrechte oder besondere Kenntnisse
erlaubt und m�glichst einfach zu bedienen ist, so dass jede/r - und
nicht nur Webmaster mit Programmierkenntnissen - im Web ver�ffentlichen
kann (vgl. Richardson 2011, S. 95).
Bereits die Namensgebung spiegelt die Charakteristik der Websoftware
wider; �wiki� leitet sich aus dem hawaiianischen Wort �wiki wiki� ab und
bedeutet �schnell�. Schnell und unkompliziert sollte auch die Arbeit mit
einem Wiki sein. Die bestehenden Instrumente waren verbunden mit
komplexen Anforderungen und klaren Rollenverst�ndnissen: �Writer� und
�Editors� arbeiteten strikt voneinander getrennt (vgl. Shirky 2008, S.
111f.).
Die Wiki-Software Cunnighams l�st diese Rollentrennung auf, da sie es
Nutzern erm�glicht, Webseiten zu ver�ndern und diese �nderungen zu
speichern: �Every wiki page is thus the sum total of accumulated
changes� (ebd., S. 112). Dabei protokolliert die Software nicht nur die
Neuerungen, sondern auch vorherige Versionen der Seite. Revolution�r ist
bei diesem Konzept der Verzicht auf Kontrolle und formale Ordnung, und
das war zweifellos ein Wagnis. Doch Cunningham setzte bei seinem Konzept
auf die Zusammenarbeit der Nutzer: �People who want to collaborate also
tend to trust one another [...] without formal management or process� (ebd.,
S. 111).
Zum ber�hmtesten Beispiel eines Wikis wurde die Online-Enzyklop�die
Wikipedia. Richardson (2011, S. 97) bezeichnet sie als das �Ziehkind
einer kollektiven Konstruktion von Wissen und Wahrheit�. Aber die Wiki-Software
bietet noch viele weitere Nutzungsm�glichkeiten. Ein Wiki kann
beispielsweise auf den halb-�ffentlichen Raum eines Unternehmens
beschr�nkt (interne Kommunikation der Mitarbeiter) oder f�r die private
Organisation der Dateien des eigenen Computers verwendet werden (vgl.
Van Dijk 2010, S. 16).
Heute gibt es unz�hlige Wiki-Anwendungen, und man kann Cunninghams
Erfindung ohne Zweifel als Erfolgsgeschichte bezeichnen, denn �Wikis
haben ein enormes Potenzial freigesetzt: einen sich selbst erf�llenden
positiven Kreislauf der kooperativen Sch�pfung, den hierarchische
Modelle weder nachahmen noch unterbrechen k�nnen� (Tapscott; Williams
2009, S. 76). Damit haben wir den ersten Teil des Namens �Wikipedia�
gekl�rt und kommen im n�chsten Abschnitt zur zweiten Namensh�lfte, die
sich aus dem englischen Begriff �encyclopedia� ableitet. |
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Wikipedia - das Konzept der
Enzyklop�die
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Was ist eine Enzyklop�die und welche Funktionen erf�llt sie?
Geht man dieser Frage nach, wird die Aufmerksamkeit auf einen
Sachverhalt gelenkt, der nachvollziehbar macht, warum die Online-Enzyklop�die
so erfolgreich ist: Weil sie auf einem uns allen bekannten, klar
definierten Konzept beruht, dem Konzept der Enzyklop�die.
Der Begriff �Enzyklop�die� stammt aus dem Griechischen und bedeutet
�umfassende� oder �allgemeine Bildung�. Die Enzyklop�die ist als ein
�geschlossenes, schriftbasiertes Werk zu verstehen, welches uns das
gegenw�rtig relevante Weltwissen entlang Stichworten erschlie�t� und
dies klassischerweise in Buchform (Pscheida 2010, S. 100). Jedoch
umfasst sie nicht das gesamte Wissen, sondern einen Kurz�berblick, eine
kategorisierte, systematisierte Zusammenfassung. Bekannte Vertreter sind
u.a. Meyers Lexikon, der Brockhaus und vor allem die Encyclopaedia
Britannica (M�nker 2009, S. 98).
Ziel der Intellektuellen war es Ende des 18. Jahrhunderts, �das Wissen
der Menschheit [...] zu sammeln, zu organisieren, mit Querverweisen zu
versehen und vor allem: [dieses] der Welt der Leser zur Verf�gung zu
stellen. Das Projekt ist so erfolgreich, dass es �ber Jahrhunderte
ma�geblich unser Verst�ndnis des Begriffs `Wissen` pr�gt� (ebd.). Es
gelang, sich von der blo�en Meinung (doxa) abzugrenzen und
�wahres Wissen� (episteme) zu repr�sentieren.
Der Erfolg l�sst sich an der Tatsache messen, dass es zur
Selbstverst�ndlichkeit wurde, wenn Informationen �ber ein Thema, Wort
oder Ereignis eingeholt werden m�ssen, ein solches Nachschlagewerk zu
Rate zu ziehen. Diese Ausk�nfte gelten als Fakten, als Wissen, weil �der
dahinterliegende Prozess der Absicherung durch eine eher kleine Gruppe
von Experten f�r alle verbindlich die Demarkationslinie zwischen
objektiv begr�ndetem Wissen und blo� subjektiver Meinung definiert hat�
(ebd., S. 98f.). Doch gerade dieses Expertentum, das bisher unweigerlich
mit dem Konzept der Enzyklop�die verbunden war, stellt Wikipedia auf den
Kopf - erfolgreich.
Eine ausf�hrliche Auseinandersetzung mit dem Begriff, der Geschichte und
mit inhaltlichen Aspekten bietet Wikipedia selbst:
http://de.wikipedia.org/wiki/Enzyklop%C3%A4die. |
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Nupedia als Vorl�ufer von Wikipedia
Arbeit mit Experten |
Der Traum, eine Online-Enzyklop�die zu erstellen: Nupedia wird ins
Leben gerufen
�Stellen Sie sich eine Welt vor, in der das gesamte Wissen der
Menschheit jedem frei zug�nglich ist. Das ist unser Ziel!� [Wikipedia-Gr�nder
Jimmy Wales]
1998 versuchten Jimmy Wales und Larry Sanger diesen Wunschtraum, den
bereits die Intellektuellen des 18. Jahrhundert vor Augen hatten, in
einem neuen Konzept in die Wirklichkeit umzusetzen. Dazu riefen sie �Nupedia
- the free encyclopedia� ins Leben. Ihr Ziel war dasselbe wie sp�ter
bei Wikipedia: kostenlose Inhalte, die jedem uneingeschr�nkt zur
Verf�gung stehen sollen und die sich schlie�lich zur �Summe allen
menschlichen Wissens� zusammenf�gen.
Das Projekt Nupedia sollte nach dem �Peer-Review-Verfahren�
funktionieren, bei dem sich ein Autor zun�chst mit entsprechenden
Qualifikationen (Universit�tszeugnissen) bewerben musste. Gleichzeitig
empfahl sich der Experte f�r einen bestimmten Artikel. Bevor ein
geschriebener Artikel tats�chlich publiziert wurde, musste er einige
Kontrollinstanzen durchlaufen (vgl. Van Dijk 2010, S. 17).
Dieses siebenstufige Kontrollsystem durch bezahlte Experten garantierte
zwar ein hohes Ma� an Qualit�t, bedeutete aber gleichzeitig auch
langatmige H�rden f�r die Artikel und damit ein enorm langsames Wachstum
f�r die Enzyklop�die (vgl. Tapscott 2009, S. 71). Gleichzeitig
�berstiegen die Kosten schnell die Effizienz des Projektes: bis zur
Einstellung des Projekts wurden gerade einmal 24 Artikel ver�ffentlicht,
74 befanden sich in Bearbeitung.
Clay Shirky kommentiert: �[...] to set a minimum standard of quality,
had also set a maximum rate of process: slow� (Shirky 2008, S. 110).
David Weinberger (2007, S. 166) h�lt fest, dass �das Fachwissen das
Projekt [letztendlich] aufhielt�, anstatt auf Basis von Expertentum
Zuspruch zu finden und zu wachsen.
Nupedia folgte mit diesem Vorgehen einer zentralistischen und
hierarchischen Struktur einer Homepage, deren Inhalte dem Nutzer zwar
frei zug�nglich sind, aber nicht von ihm oder ihr mitgestaltet werden
konnten (vgl. Tapscott 2009, S. 71). Gleichzeitig wurde das altbew�hrte
Konzept der Enzyklop�die in die Onlinesph�re transferiert - doch wie
sich zeigte, zun�chst ohne gro�en Erfolg.
Die Software �Wiki� sollte diesem Stillstand entgegenwirken. Die Idee
von Jimmy Wales war hierbei 2001, dass jedem Nutzer die M�glichkeit
einger�umt wird, einen groben Entwurf eines Artikels zu verfassen. Was
zun�chst nur als Vorstufe zu Nupedia gedacht war, entwickelte schnell
eine immense Eigendynamik. Zum einen war es nun jedem Interessierten
m�glich, Artikel zu erstellen; zum anderen wuchs das Projekt Wikipedia
so rasant, dass das Wiki eine eigene URL ben�tigte - Wikipedia wurde
geboren (vgl. Shirky 2008, S. 111f.). |
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Wikipedia stellt das alte Konzept auf den Kopf |
Nupedia geht offline - Wikipedia wird geboren
Was ist das Neue an Wikipedia? Das bekannte Konzept der Enzyklop�die
wurde mit neuen Idealen angereichert und auf den Kopf gestellt. Nicht
mehr die Expertise bestimmt �ber die Inhalte, sondern von nun an sollte
das Kollektiv teilen, schreiben, publizieren und editieren. Doch diese
offene Struktur, die das Projekt ins Rollen brachte, widersprach Larry
Sangers Vorstellungen einer Enzyklop�die, so dass er Wikipedia verlie�,
w�hrend sich Jimmy Wales dem Wiki immer begeisterter widmete (vgl.
Pscheida 2010, S. 348).
Wiki-Software und Open-Source-Idee verliehen der Bezeichnung �freie
Enzyklop�die� eine neue Bedeutung und beschleunigten den
Wachstumsprozess in einem ungeahnten Ma�: Bereits im ersten Monat gingen
200 Artikel online, im ersten Jahr waren es 18.000 Artikel (vgl.
Tapscott 2009, S. 71). Doch bedeutet Quantit�t auch Qualit�t? Zu betonen
ist, dass Wikipedia keine reine �Bottom-up-Enzyklop�die� sein will. Ziel
ist nicht, wie Jimmy Wales betont, �ein Experiment in sozialer
Gleichberechtigung�, sondern eine �Enzyklop�die von Weltklasse�
(Weinberger 2007, S. 166).
Beide Projekte koexistierten noch eine gewisse Zeit, obwohl Wikpedia die
Nupedia l�ngst �bertroffen hatte. Die Erfolgsgeschichte der Wikipedia
setzte sich fort, w�hrend die Mutter der Wikipedia letztendlich
scheiterte und im September 2003 offline ging (vgl. Pscheida 2010, S.
348).
[Inhaltsverzeichnis] |
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Wikipedia hat vier unumst��liche Grundprinzipien
Grundprinzip 1: Wikipedia ist eine Enzyklop�die |
2. Grundprinzipien von Wikipedia
Die Philosophie der Enzyklop�die, das Grundger�st von Wikipedia ist kurz
erkl�rt: �Jeder Nutzer kann ihre Artikel lesen; und jeder Nutzer kann
die Artikel, die er liest, zugleich bearbeiten oder auch neue Artikel
anlegen� (M�nker 2009, S. 95). So soll in einem offenen Prozess
kollaboratives Wissen entstehen, ohne traditionell-hierarchische
Strukturelemente. Dieses Grundger�st steht aber durchaus auf einem
strukturierten Fundament.
Es zeigte sich, dass gerade die Offenheit eine komplexe Organisation
ben�tigt - Regeln und Konventionen eingeschlossen. Um gr��tm�gliche
Qualit�t der Inhalte zu liefern, hat Wikipedia-Gr�nder Jimmy Wales zu
Beginn des Projekts vier Grundprinzipien f�r offiziell erkl�rt - als ein
Minimum an Reglementierung und Strukturierung:
1. Wikipedia ist eine Enzyklop�die
2. Neutral Point of View
3. Freie Inhalte
4. Wikiquette
�Wikipedia ist ein Projekt zum Aufbau einer Enzyklop�die und kann
deshalb bestimmte andere Dinge nicht sein.� Dieses Statement bildet das
wichtigste Grundprinzip von Jimmy Wales. Dabei definiert sich Wikipedia
selbst als Enzyklop�die. Medienhistorisch ist die Enzyklop�die als
Gattung festgelegt und deren Grunds�tze sind allgemein bekannt (vgl.
Pscheida 2010, S. 368). Mit dieser Charakteristik gehen bestimmte
Merkmale einher, gleichzeitig werden Erwartungen ausgeschlossen, die
sich nicht mit dem Konzept einer Enzyklop�die vereinbaren lassen.
Wikipedia selbst f�hrt hierzu aus:
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Was Wikipedia nicht ist
1. �Wikipedia ist kein W�rterbuch (im Sinne von
Sprachw�rterbuch). In Artikeln sollen in erster Linie Begriffe
erl�utert und keine g�ngigen deutschen W�rter erkl�rt werden, wie
dies ein W�rterbuch macht. Fremdw�rter, Redensarten und besondere
deutsche W�rter k�nnen allerdings behandelt werden, wie auch in
gedruckten Enzyklop�dien �blich. Ein reines W�rterbuchprojekt ist
das Schwesterprojekt Wiktionary.
2. Wikipedia dient nicht der Theoriefindung, sondern der
Theoriedarstellung. In Artikeln sollen weder neue Theorien,
Modelle, Konzepte oder Methoden aufgestellt, noch neue Begriffe
etabliert werden. Ebenso unerw�nscht sind nicht nachpr�fbare
Aussagen. [...]
3. Wikipedia ist keine Werbe- oder Propagandaplattform und
keine Ger�chtek�che. [...]
4. Wikipedia ist kein Ort f�r Essays und kein Ort f�r
Fan-Seiten. Artikel sollen sachlich, objektiv und in
enzyklop�dischem Stil geschrieben sein. [...]
5. Wikipedia ist kein allgemeines Diskussionsforum und
kein Chat-Raum. Artikeldiskussionsseiten dienen der
Verbesserung von Artikeln, nicht dem Austausch pers�nlicher
Betrachtungen zum Artikelthema.
6. Wikipedia ist kein Webspace-Provider und kein Ersatz
f�r die eigene Website. [...]
7. Wikipedia ist keine Rohdatensammlung gro�er Mengen
strukturierter Daten wie Telefonb�cher, Bibliografien,
Linkverzeichnisse, Adressverzeichnisse und so weiter. [...]
8. Wikipedia ist kein Nachrichtenportal oder
Veranstaltungskalender und dient nicht der aktuellen
Berichterstattung. Einen Rahmen f�r Nachrichten und aktuelle
Berichterstattung bietet das Schwesterprojekt Wikinews. [...]
9. Wikipedia ist keine Sammlung von Anleitungen und Ratgebern.
[...]�
[aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Was_Wikipedia_nicht_ist,
letzter Zugriff: 07.01.2012] |
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Grundprinzip 2: Neutralit�t (NPOV)
"Warnhinweise" in der Wikipedia |
Aus dem ersten Grundprinzip direkt abgeleitet ist das zweite
Grundprinzip der Wikipedia: die Neutralit�t der Artikel bzw. die
Forderung nach einem neutralen Standpunkt (�neutral point of view�, oder
kurz �NPOV�). Dieses Grundprinzip steht f�r einen Inhalt, der nicht von
politischen, religi�sen oder anderweitigen Interessen gepr�gt ist.
M�glichst wertneutral und frei von pers�nlichen Meinungen oder
Pr�ferenzen sollen Sachverhalte objektiv dargestellt werden (vgl. Van
Dijk 2010, S. 53).
F�r Jimmy Wales ist ein Artikel dann neutral, wenn die Community ihn als
neutral anerkennt. Dies sei der Fall, wenn keine Ver�nderungen mehr an
Inhalten vorgenommen werden und m�gliche Diskussionsaspekte bez�glich
der Verletzung dieses Grundprinzips aus dem Weg geschafft wurden. Damit
folgt Wikipedia einer funktionellen Definition von Neutralit�t: Nicht
die Expertise entscheidet dar�ber, ob der �NPOV� eingehalten wurde,
sondern die soziale Interaktion zwischen den Wikipedianern.
Die bisherige Erfahrung zeigt, dass diese Vorgehensweise ordentlich
funktioniert (vgl. Weinberger 2007, S. 164). Ist der Diskussionsprozess
noch nicht abgeschlossen, weist Wikipedia mit Hinweisen auf die (m�glicherweise)
fehlende Objektivit�t hin: �Die Neutralit�t dieses Artikels ist
umstritten. Die Gr�nde stehen auf der Diskussionsseite� (ebd., S. 168). |
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Grundprinzip 3: Freie Inhalte |
Das dritte Grundprinzip bezieht sich auf die freien Inhalte der
Wikipedia. �Freie Inhalte� bedeutet, dass Artikel der Wikipedia
uneingeschr�nkt, vor allem kostenlos genutzt und weiterverbreitet werden
d�rfen (Open-Source-Prinzip) (vgl. Pscheida 2010, S. 368). Ausf�hrlich
wird dieser Aspekt bei Van Dijk (2010, S. 20ff.) aufgegriffen. Aus
diesem Grund ist es auch zwingend erforderlich, dass Plagiate
unverz�glich gel�scht werden, da Urheberrechtsverletzungen die
�rechtliche und moralische Integrit�t des Artikels� verletzen und dem
Prinzip der freien Inhalte schaden (vgl. ebd., S. 55). |
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Grundprinzip 4: Wikiquette |
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Des Weiteren gibt es eine Interaktionskultur innerhalb der Wikipedia,
die �Wikiquette� genannt wird und das vierte Grundprinzip darstellt.
Dabei handelt es sich um grundlegende Konventionen und Regeln, die
einen vern�nftigen und konstruktiven Umgang miteinander bei der
gemeinsamen Arbeit an Artikeln erm�glichen sollen. Angestrebt wird,
dass auch im Fall von Uneinigkeit oder Streit w�hrend des
Entstehungsprozesses eines Artikels die Grundlagen des h�flichen
Umgangs nicht verletzt werden (vgl. Pscheida 2010, S. 368).
Die Wikiquette umfasst zehn zentrale Grunds�tze des Umgangs
miteinander. F�r einige haben sich Akronyme herausgebildet, wie z.B.
�KPA� (�Keine pers�nlichen Angriffe�) oder �AGF� (�Assume Good
Faith� - �Geh von guten Absichten aus�) (vgl. Van Dijk 2010, S. 37).
Die Wichtigkeit der Einhaltung dieser Grunds�tze spiegelt die
Tatsache wider, dass User bei Verletzungen gesperrt werden k�nnen,
denn man sollte nie vergessen, �dass auf der anderen Seite des
Bildschirms auch nur ein Mensch sitzt� (ebd.). |
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Zentrale
Grunds�tze des Umgangs miteinander in der Wikipedia: die
Wikiquette |
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Keine pers�nlichen
Angriffe.
Geh von guten Absichten aus.
Sei freundlich.
Hilf anderen.
Bleibe ruhig!
Die Mitarbeit in der Wikipedia beruht auf dem Prinzip der
Freiwilligkeit.
Besser spricht es sich von Angesicht zu Angesicht.
Lass anderen Benutzern ihre Anonymit�t.
Trage Konflikte nicht �ffentlich aus.
Sei nicht nachtragend.
[Mehr dazu
hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wikiquette] |
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Auch die Regeln entstehen in einem kollaborativen Prozess
Wikipedia als das Projekt des Web 2.0-Zeitalters |
Die Besonderheit liegt in der Unver�nderlichkeit der vier
Grundprinzipien. Demgegen�ber haben sich im Lauf der Zeit durch das
allt�gliche Handeln miteinander noch zahlreiche andere Regeln entwickelt.
Dabei handelt es sich um Konventionen, die f�r den Moment gelten, aber
nicht endg�ltig festgelegt sind. Sie entwickeln sich stetig weiter (vgl.
Pscheida 2010, S. 367f.). Diese weiteren Regeln stellen aber im
Gegensatz zu den unumst��lichen vier Grundprinzipien keine einheitliche
oder festgesetzte �Satzung� dar. Damit sind auch die Konventionen von
Offenheit und Transparenz gepr�gt. Sie entstehen aus kollaborativen
Prozessen (vgl. Van Dijk 2010, S. 28).
Doch gerade diese Offenheit dient oft als Ansatzpunkt f�r Kritik, da sie
die Qualit�t der Wikipedia gef�hrden kann (z.B. Vandalismus). Doch
Tapscott und Williams betonen, dass das Prinzip der Offenheit und der
Transparenz Wikipedia letztendlich zum Erfolg verholfen habe und die
Ursache daf�r sei, dass das Projekt weiter w�chst, eben auch qualitativ.
Neben neuen Eintr�gen werden bestehende Artikel aktualisiert und auf
Richtigkeit hin �berpr�ft (vgl. Tapscott/Williams 2009, S. 75). Wales
selbst nennt diesen Prozess der wiederholten Ver�nderung und Korrektur
eine �darwinistische Evolution�, welche die Qualit�t eines Artikels
stetig verbessert. Diesem �dynamischen, sich entwickelnden Bestand an
Wissen� wird immer mehr Anerkennung entgegengebracht - auch in der
akademischen Welt (ebd., S. 73f.).
Wikipedia steht wie kein anderes Projekt f�r die faszinierenden
M�glichkeiten des Web 2.0. Im Sinne von express - connect - share
ist Wikipedia ein beispielloses Konzept zur Verwirklichung eines
Gemeinschaftsprojekts �ber nationale Grenzen hinweg - peer production
in Reinkultur. Richardson bezeichnet die Online-Enzyklop�die als das
�Ziehkind einer kollektiven Konstruktion von Wissen und Wahrheit�
(Richardson 2011, S. 97), die durch die Transformation vom Read-Web
zum Read-/Write-Web erm�glicht wurde. Auch M�nker st�tzt diese
These: �Wikipedia symbolisiert das Web 2.0 und die anziehende Qualit�t
seines partizipatorische Prinzips wie kaum ein anderes Projekt� (M�nker
2009, S. 97). �Der amerikanische Soziologe und Journalist James
Surowiecki hat das Prinzip der kollektiven Intelligenz auf die Formel
�Weisheit der vielen` gebracht. [...] Wobei die Weisheit der vielen im
Web 2.0 �ber das Wissen der Eliten triumphiert� (ebd., S. 99f.).
[Inhaltsverzeichnis] |
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Relevanzkriterien der Wikipedia - ein umstrittener Bereich |
3. Weitere Regeln in der Welt der "freien Enzyklop�die"
Relevanz
Das erste und wichtigste Grundprinzip, dass die Wikipedia eine
Enzyklop�die ist, inkludiert bestimmte Eigenschaften, exkludiert aber
gleichzeitig auch Erwartungen; es l�sst sich daraus aber noch mehr �ber
das Wesen der Wikipedia ableiten. Ein bedeutender Qualit�tsaspekt steckt
n�mlich hinter der Frage, ob ein Artikel relevant ist. Ist ein Thema
bedeutsam genug, um einen Artikel in einer Enzyklop�die zu bekommen (vgl.
Van Dijk 2010, S. 51f.)? Und wer entscheidet dar�ber, ob ein Thema
relevant ist?
Zur Kl�rung dieser Frage hat die Wikipedia �Relevanzkriterien�
aufgestellt, die als Erg�nzung zu den bereits angef�hrten Ausf�hrungen
zum Thema �Was Wikipedia nicht ist� zu verstehen sind. Auch dieser
Katalog ist das Ergebnis eines mehrj�hrigen Diskussionsprozesses und
dient der Orientierung in diesem schwierigen und umstrittenen Terrain.
Als allgemeine �Formel� gibt die Wikipedia vor: �Die Entscheidung f�r
oder gegen die Aufnahme in eine Enzyklop�die richtet sich auch nach der
Frage, ob Personen, Ereignisse oder Themen mit aktuell breiter
�ffentlichkeitswirkung nach sinnvollem Ermessen auch Zeit �berdauernd
von Bedeutung sein werden� (Wikipedia:
Relevanzkriterien 2012).
Die Ursache f�r die Entstehung des Katalogs an Relevanzkriterien liegt
zum einen in dem Qualit�tsanspruch der enzyklop�dischen Artikel
begr�ndet, aber auch in der Tatsache, dass die Relevanzfrage
�erhebliches Konfliktpotential� mit sich bringt (Van Dijk 2010, S. 52).
So kommt es immer wieder zu Diskussionen, wann und ob beispielsweise
eine �Hinterhofband�, sogenannte �Stars� oder eine Bibliothek
tats�chlich mit einem eigenen Artikel vertreten sein sollen.
An dieser Stelle sei nochmals auf Jimmy Wales Ziel hingewiesen, eine
�Enzyklop�die von Weltklasse� (Weinberger 2008, S. 166) zu erbauen,
nicht aber eine �Info-M�llhalde� oder eine mit �Bandspam� besetzte
Website. Genausowenig soll sie als �billige Werbeplattform missbraucht�
werden (Van Dijk 2010, S. 52). Wird keine Relevanz ausgemacht, kommt es
zum L�schantrag. Die Relevanzkriterien sind mittlerweile auf eine
immense Gr��e angewachsen. Zur Vertiefung k�nnen sie hier nachgelesen
werden:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Relevanzkriterien. |
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Wikipedianer nutzen Pseudonyme |
Anonymit�t
W�hrend sich die Encyclopaedia Britannica damit profiliert,
Nobelpreistr�ger und anerkannte Wissenschaftler als Autoren zu
besch�ftigen, bleiben die AutorInnen der Wikipedia in der Regel anonym.
Zwar besitzt die Mehrzahl der Autoren ein Benutzerkonto, dieses sagt
aber nichts �ber die wahre Identit�t eines Wikipedianers aus, da die
meisten Autoren unter der Verwendung von Pseudonymen aktiv sind (vgl.
Weinberger 2008, S. 163).
�Uns geht es um eine Pseudoidentit�t, nicht um wahre Identit�t. Dass ein
bestimmter Benutzer eine unver�nderliche Pseudoidentit�t hat, erlaubt es
uns, seine Qualit�t zu beurteilen, ohne eine Vorstellung davon zu haben,
wer er wirklich ist� (Jimmy Wales, zitiert nach Weinberger 2008, S.
163).
Der Wunsch von Autoren, Pseudonyme zu verwenden, muss unbedingt
respektiert werden (vgl. Van Dijk 2010, S. 31) und ist besonders
bedeutsam, wenn es um die Mitwirkung bei �heiklen� Themen geht, die bei
Offenlegung der Person der Autorin vermutlich erst gar nicht entstehen
w�rden. Ausgesetzt wird dieser Grundsatz nur in Ausnahmen, z.B. bei
Straftaten (u.a. Volksverhetzung, Urheberrechtsverletzungen, Verrat von
Betriebsgeheimnissen). In einem solchen Fall arbeitet die Wikipedia mit
der Polizei zusammen. Grundlage ist das Rechtssystem der USA und das
Recht des jeweiligen Herkunftslands (vgl. ebd., S. 23).
Freiwilligkeit
Ein wichtiger Aspekt der Philosophie von Wikipedia ist das Prinzip der
Freiwilligkeit. Tausende AutorInnen, LektorInnen und KorrekturleserInnen
stellen ihre Zeit, das Produkt ihrer Arbeit und vor allem ihren Flei�
zur Verf�gung, um das Ziel der Community in die Wirklichkeit umzusetzen:
die Erstellung einer qualitativ hochwertigen Enzyklop�die in der
jeweiligen Muttersprache �ber alle Kulturen und Nationen verteilt (vgl.
Tapscott/Williams 2009, S. 71). Die Beweggr�nde f�r die immense
Unterst�tzung, die das Projekt erf�hrt, werden sp�ter thematisiert. |
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Hierarchie innerhalb der Community
Bedeutung der Community f�r das Projekt wird oft verkannt |
Administratoren
Obwohl die Wikipedia auf das klassische Wissenskonzept des
�Expertentums� verzichtet und das Kollektiv die Inhalte der Enzyklop�die
generiert, gibt es ein Minimum an Hierarchie in der scheinbar
hierarchielosen Wikipedia: Nicht alle Wikipedianer haben diesselben
Rechte. So gibt es gew�hlte Administratoren, die bei �Edit-Wars� Artikel
vor�bergehend einfrieren, bei Regelverst��en Artikel l�schen oder
AutorInnen gegebenenfalls sogar sperren k�nnen (vgl. Van Dijk 2010, S.
28). Teilweise sind diese zus�tzlichen Rechte und Funktionen, aber auch
Pflichten, mit Wahl�mtern verbunden, sie k�nnen aber auch durch
pers�nliche Leistung (Reputation) erworben werden und sich so im Laufe
der Zeit aufbauen (vgl. ebd., S. 31f.).
Neben Regelsetzungen ist es folglich auch zu einer Hierarchisierung
gekommen. Doch ohne diese Hierarchisierung h�tte sich Wikipedia nicht in
diesem Ma�e entwickeln k�nnen, letztlich w�rde sie nicht funktionieren:
�[Wikipedia] ist eine pragmatische utopische Gemeinschaft, die mit einem
Minimum an Struktur beginnt, aus dem sich dann nach Bedarf soziale
Strukturen entwickeln� (Weinberger 2008, S. 167). Inmitten des
scheinbaren Chaos gibt es einen kleinen Kern, eine �berschaubare Anzahl
regelm��iger User, die sich engagiert dem Projekt widmen (vgl. Tapscott/Williams
2009, S. 73). Letztendlich bewahrt diese Gruppe das Produkt der
Gemeinschaft, was auch bedeutet, dass man am Kern der Sache vorbeigeht,
wenn man die Online-Enzyklop�die als die kumulierte Arbeit von
Einzelpersonen betrachtet (vgl. Weinberger 2008, S. 166). Genau diese
Verkennung der entscheidenden Variable - der Community - trifft man aber
h�ufig an (�Wie soll das gehen: ein Lexikon, wo jeder reinschreiben kann,
was er will!�...). |
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Wikipedia-Artikel ist kein fertiges Produkt, sondern work in progress |
Aktives Lesen
Fast eine Revolution geht mit dem �Lesen� eines Artikels der Wikipedia
einher. Denn woher bezieht Wikipedia Autorit�t, durch was gewinnt sie
das Vertrauen der LeserInnen? Der Enzyclopaedia Britannica bringen die
LeserInnen (zu Recht) Vertrauen entgegen, was es erm�glicht, den
Artikeln ohne weitere Pr�fung zu vertrauen und das Wissen passiv
aufzunehmen (vgl. ebd., S. 171). Das stellt sich im Fall von Wikipedia
grundlegend anders dar.
Jeder Artikel in der Wikipedia stellt kein fertiges Produkt dar, das von
Experten gefiltert und gefertigt wurde, sondern der Entstehungsprozess
ist klar ersichtlich: �Metadaten� wie Bearbeitungen, Diskussionen oder
Hinweise werden zus�tzlich geliefert (ebd.). Und gerade das erfordert
auf Seiten des Lesers eben keine Passivit�t, sondern eine aktive
Auseinandersetzung mit dem Gegenstand �Wissen�. Die Wikipedia leitet
also ihre Glaubw�rdigkeit �daraus her, dass man uns unfehlbare Wesen in
die Lage versetzt, die Unterschiede zu erforschen - und zwar gemeinsam�
(ebd., S. 172).
Festgehalten werden kann, dass die Inhalte durch st�ndigen Austausch und
stetige qualitative Verbesserung zu keinem Zeitpunkt als �fertig�
bezeichnet werden k�nnen, sondern sich prozessartig weiterentwickeln. In
�ffentlicher Diskussion werden Artikel ver�ndert und erg�nzt, ganz dem
Prinzip der agora folgend (vgl. M�nker 2010, S. 101f.). Auch das
Regelwerk der Wikipedia entwickelt sich weiter und passt sich den
Gegebenheiten und Notwendigkeiten der Arbeit an. |
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urspr�ngliches Konzept musste um Regeln erg�nzt werden
neues Element:
Sichtung
|
Regel�nderungen
Urspr�nglich war die Intention der Wikipedia, dass tats�chlich jede und
jeder Artikel einstellen, editieren, verbessern und erweitern kann -
ohne Einschr�nkungen oder H�rden. Doch schnell wurde deutlich, dass
diese Idee nicht umgesetzt werden kann, vor allem unter dem Aspekt des
Qualit�tsanspruchs an die Artikel (vgl.
Wikipedia: Gesichtete Versionen 2012).
Der h�ufig als Vorwurf formulierten Feststellung, dass bei der Online-Enzyklop�die
jeder (sprich: jeder Idiot) einen Artikel einstellen, ver�ndern und
erg�nzen k�nne, kann also entgegnet werden: Mittlerweile gibt es sehr
wohl einige Richtlinien und Regel�nderungen f�r AutorInnen. Im obigen
Kapitel wurden diese bereits aufgef�hrt. Doch sind sie eher als
Erg�nzungen der Grundprinzipien zu verstehen, die sich aus der t�glichen
Nutzung ergeben haben.
Um �sch�dliches Verhalten� und �das absichtliche Verschlechtern� von
Artikeln (Vandalismus) zu verhindern, hat die deutschsprachige Wikipedia
ein neues Instrument zur Reglementierung eingef�hrt: die Sichtung (Van
Dijk 2010, S. 74). So erhalten Neuerungen und Ver�nderungen durch
Neulinge zun�chst den Status �ungesichtet�. Dabei spielt es keine Rolle,
ob der User ein Benutzerkonto hat oder als anonymer User (die man im
Wikipedia-Jargon �IP-ler� nennt) Bearbeitungen vornimmt. Erst wenn ein
registrierter, regelm��iger Autor (ein �Sichter�) diese �nderungen f�r
regelkonform befindet, erlangen sie den Status �gesichtet� und werden
schlie�lich f�r den Leser des Artikels sichtbar.
Die Intention dieses Systems ist es, dem Leser eine �gewisse
Grundqualit�t� zu garantieren. Dieser Review-Prozess sagt jedoch nichts
�ber die fachliche Kompetenz des Inhaltes aus. Der Status gibt lediglich
eine Art Zertifikat, dass die erneuerte Version eines Artikels frei von
�offensichtlichem Vandalismus� ist. Neben dieser Einschr�nkung f�r
Neulinge gelten selbstverst�ndlich f�r Autorinnen und Autoren - ob
erfahren oder unerfahren - die oben aufgef�hrten Grundprinzipien und
Regeln des �Miteinanders�, die keineswegs als abgeschlossen verstanden
werden k�nnen.
Wikifizieren
Im Lauf der Zeit hat sich eine typische Art und Weise entwickelt, wie
ein Artikel strukturiert und aufgebaut ist. Dieser Prozess des
�Wikifizierens� geh�rt mittlerweile zu den ungeschriebenen Gesetzen und
Richtlinien f�r das Schreiben eines Artikels. Das Wikifizieren passt
sowohl das �u�ere Erscheinungsbild (u.a. Layout, Aufbau des Artikels)
als auch die inhaltlichen Anspr�che (u.a. �NPOV�, Literaturrecherche)
den Anforderungen der Enzyklop�die an (vgl. Van Dijk 2010, S. 97). |
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Aussagen in der Wikipedia m�ssen durch externe Quellen belegt werden |
Belege
Eine �nderung hat sich auch bez�glich der Belege vollzogen. War es zu
Beginn des Projekts nicht zwingend notwendig, neben Verweisen zu anderen
Wikipedia-Artikeln Belege aus der wissenschaftlichen Literatur zu suchen,
ist diese �unwissenschaftliche� Vorgehensweise heute undenkbar. Basiert
ein Artikel nicht auf einem Mindestma� an Hintergrundrecherche - und
dies bedeutet, dass Literatur oder Onlinequellen angegeben werden - kann
der Artikel gel�scht werden (vgl. ebd., S. 121).
Erst seit 2006/2007 geh�rt die Notwendigkeit von Belegen als
Selbstverst�ndlichkeit dazu. F�r eine Auszeichnung als �lesenswerter�
oder �exzellenter� Artikel reicht ein Minimum an ein bis zwei Belegen
nicht aus; hierf�r wird eine umfassende Recherche und Verweise auf
Literatur vorausgesetzt.
Wie sich an diesen Ausf�hrungen zeigt, ist die �Wikipedia - die freie
Enzyklop�die� keinesfalls mehr so frei, wie es der Name suggeriert. Die
Arbeit mit und in ihr ist reglementiert, um die Qualit�t der Artikel
sicherzustellen und damit das Ziel der Community zu verwirklichen: Eine
�Enzyklop�die von Weltklasse� zu erschaffen, deren Inhalte frei
zug�nglich sind (Weinberger 2008, S. 166).
[Inhaltsverzeichnis] |
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unglaublicher Umfang der Enyklop�die |
4. Erfolgsfaktoren und Wikipedianer
Die Wikipedia hat in den letzten Jahren einen hohen Stellenwert erreicht,
ist bekannt und den meisten Internetnutzern vertraut (vgl. Schuler 2007,
S. 23). Die Zahlen sind unglaublich: Die Online-Enzyklop�die beinhaltet
derzeit (Stand 18.12.2011) insgesamt 20.619.827 Artikel in rund 270
unterschiedlichen Sprachversionen. Die deutschsprachige Wikipedia allein
umfasst �ber 1,3 Millionen Artikel und liegt somit auf Platz zwei hinter
der englischen Version (vgl.
Wikipedia: Sprachenliste). T�glich wird die Wikipedia weltweit um
etwa 8000 Artikel erg�nzt und erreicht 5000 Klicks pro Sekunde (vgl.
Moleski/Richter, Wikimedia 2011, S. 11). Als non-profit Website
hat sie es auf Platz 6 der weltweit und deutschlandweit meistbesuchten
Seiten geschafft (http://www.alexa.com/topsites):
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Nutzung der "Weisheit der Vielen"
kollaboratives
Schreiben
Wikipedia ist aktueller als andere Lexika
Wissensnetz
durch Links |
Gr�nde f�r den Erfolg
Die Wikipedia ist durch die freiwillige Zusammenarbeit von tausenden
AutorInnen entstanden: �Sie machten aus Wikipedia das, was sie heute
[...] ist: die gr��te Wissenssammlung der Menschheit. Wikipedia hat die
uralte Tradition des Austausches von Wissen und damit die Basis f�r die
Entwicklung der Menschheit in das neue, digitale Zeitalter �berf�hrt�
(Wales, Wikimedia 2011, S.9). Dieser Aspekt ist ausschlaggebend daf�r,
dass die Wikipedia so erfolgreich ist. Die Autoren stellen ihr Wissen
und ihre Zeit frei zur Verf�gung. Ihr ehrenamtliches Engagement ist ein
Pr�sent an die gesamte Menschheit (vgl. Moleski/ Richter, Wikimedia
2011, S.11).
Die Artikel der Wikipedia werden kollaborativ von mehreren AutorInnen
zusammen geschrieben. Jede/r kann mitschreiben und seinen eigenen -
gro�en oder kleinen - Beitrag leisten. Alle Beteiligten zusammen bilden
die Autorenschaft. Das ist ein fortlaufender und offener Prozess, der
durch alle Autoren gestaltet wird: Inhalte werden hinzugef�gt, Layout,
Gliederung oder Rechtschreibung verbessert sowie die Fakten �berpr�ft (vgl.
St�cklin 2010, S. 47f).
Zus�tzlich erm�glicht es Wikipedia, andere Autoren zu kontaktieren, sich
auszutauschen, zu diskutieren und Fragen zu kl�ren. Vor diesem
Hintergrund k�nnen konstruktive Beitr�ge entstehen (vgl. C�ppers,
Wikimedia 2011, S. 131). Die �Weisheit der Vielen�, das �soziale Wissen�
spielt eine zentrale Rolle f�r den Erfolg der Online-Enzyklop�die.
Es gibt noch weitere Gr�nde f�r den Erfolg von Wikipedia. Neben Zahl und
Umfang der Artikel unterscheidet sich Wikipedia von anderen
Enzyklop�dien im Hinblick auf die Aktualit�t (vgl. St�cklin 2010, S.44).
Neuere Entwicklungen k�nnen rasch eingearbeitet werden. Zu bedeutsamen
Ereignissen werden meist tagesaktuell neue Artkiel hinzugef�gt oder alte
verbessert (vgl. St�cklin 2010, S. 44f.). Die einfache Ver�nderbarkeit
ist auch bedeutsam hinsichtlich von Fehlern. Auch sie lassen sich
einfach und rasch korrigieren. Diesbez�glich k�nnen Print-Enzyklop�dien
nicht mithalten (vgl. Weinberger 2007, S. 170).
Einen weiteren Erfolgsfaktor bilden die zahlreichen Hyperlinks, die jede/r
hinzuf�gen kann (vgl. Weinberger 2007, S. 119). Die Links verweisen auf
andere Artikel innerhalb der Wikipedia oder auf externe Webseiten.
Dementsprechend bildet sich ein Wissensnetz, das sich immer mehr
ausweiten kann (vgl. Schuler 2007, S. 80).
Als zentralen Erfolgsfaktor stellt Shirky die Rolle der Community - der
Wikipedianer - heraus: �Wikipedia, and all wikis, grow if enough people
care about them, and they die if they don�t� (Shirky 2008, S. 136). Der
Erfolg ist demnach immer prek�r. Wikipedia hat, so Shirky, nur solange
Bestand (und Erfolg), wie die Wikipedianer �ihr� Projekt verteidigen
k�nnen. Dass dies bislang gelungen ist, hei�t nicht, dass es auch in
Zukunft gelingen wird, ist aber (schon jetzt) eine beeindruckende
Erfolgsgeschichte. |
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IP-ler und angemeldete AutorInnen |
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Wer sind die Wikipedianer?
Als Wikipedianer bezeichnet man freiwillige, aktive Mitarbeiter, die
sich h�ufig mit einem Nickname registrieren oder unangemeldet als
�IP-ler� mitarbeiten und mindestens zehn Bearbeitungen ausgef�hrt
haben.
Wikipedianer schreiben Beitr�ge, �berpr�fen andere Artikel,
korrigieren Rechtschreibfehler und beobachten, ob ihre eigenen
Beitr�ge bearbeitet wurden. Sie z�hlen zu der Autorenschaft und sind
Teil der Wikipedia-Community. Hierbei ist die Freiwilligkeit von
zentraler Bedeutung. Jeder Autor entscheidet selbst, ob, wann und
auf welche Weise ein Beitrag geleistet werden soll (vgl. St�cklin
2010, S. 49). |
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Hintergrund: IP-ler |
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IP ist die
Abk�rzung f�r Internet Protocol. IP-ler agieren anonym in der
Wikipedia und besitzen keinen Account. Die IP-Adresse ist eine
Ziffernfolge, die bei allen Bearbeitungen anstatt eines
Benutzernamens in der Artikelhistory automatisch hinterlegt
wird. Mittels der IP-Adresse k�nnen Benutzer - zum Beispiel
bei Vandalismus - ermittelt werden (vgl. Schuler 2007, S.
241/248). |
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Benutzergruppen
in der Wikipedia |
Die Wikipedianer k�nnen je nach Aktivit�t und Bereitschaft neue
Aufgabenbereiche erhalten und einen h�heren Status erlangen. Neben den
IP-lern und den angemeldeten Benutzern existieren noch weitere Autoren,
denen zentrale Aufgaben in der Community zugewiesen sind. Darunter
befinden sich Administratoren, B�rokraten, Stewards, CheckUser, Benutzer
mit Oversight-Status und Entwickler sowie Sichter. Das folgende
Schaubild vermittelt einen �berblick �ber die Benutzergruppen:
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Gew�hlte Administratoren
Wikipedianer sind in der Regel m�nnlich
weitere Studien |
Die Administratoren bilden eine wichtige Gruppe, wenn es um die
Organisation der Online-Enzyklop�die geht. Sie sind u.a. befugt, Seiten
zu l�schen oder Benutzer zu sperren (vgl.
Wikipedia:Administratoren). Angemeldete Wikipedianer k�nnen von der
Community als Administrator vorgeschlagen und gew�hlt werden. Ihre Rolle
ist an Bedingungen gekn�pft und sie k�nnen bei Machtmissbrauch oder
Fehlverhalten wieder abgew�hlt werden (vgl. Schuler 2007, S. 141).
Es gibt verschiedene Studien �ber die Wikipedianer. Die Ergebnisse einer
Umfrage �ber �Wikipedianer
nach Wissensgebiet� zeigt die Themen- und Spezialgebiete einiger
aktiven Nutzer auf. Eine
Online-Befragung des Psychologischen Institut der Universit�t
W�rzburg zum Thema �Motivation von TeilnehmerInnen an Wikipedia� liefert
interessante Ergebnisse �ber die freiwilligen Mitarbeiter der
deutschsprachigen Wikipedia.
Laut der Umfrage sind 88% der Wikipedianer m�nnlich und 10% weiblich.
Das Durchschnittsalter betr�gt 33 Jahre. Die Mehrheit der Befragten
arbeitet Vollzeit (42,5%), gefolgt von Studenten (25,5%) und
Teilzeitarbeitenden (10,4%). Auff�llig ist, dass �ber 50% der
Wikipedianer Single sind und dass die durchschnittliche Besch�ftigung
f�r Wikipedia w�hrend der Freizeit zwei Stunden pro Tag betr�gt. Hierbei
sind u.a. Offline-Recherchen inbegriffen (vgl. Schroer 2005, Online-Befragung).
Weitere Ergebnisse und zus�tzliche Informationen k�nnen
hier eingesehen werden.
Jimmy Wales hat eine Studie durchgef�hrt, um zu untersuchen, wer die
meisten Bearbeitungen f�r die Wikipedia ausf�hrt. Er hatte mit dem
Ergebnis gerechnet, dass 20% der Autoren etwa 80% der Beitr�ge leisten.
Jedoch zeigen die Ergebnisse, dass 0.7% der Freiwilligen etwa 50% der
Arbeit �bernehmen. Die aktivsten 2% sind an 73,4% der Bearbeitungen
beteiligt. Im Hinblick auf diese Ergebnisse f�hrte Aaron Swartz eigene
Untersuchungen durch. Er wollte herausfinden, wer die substanziellen
Beitr�ge leistet. Er z�hlte die Anzahl der Buchstaben, die verschiedene
Autoren hinzuf�gten.
Das Ergebnis zeigt auf, dass die meisten Bearbeitungen von aktiven,
angemeldeten Benutzer kommen, diese aber meist nur Formatierungs- oder
Formulierungs�nderungen durchf�hren. Die eigentlichen Inhalte werden
�berwiegend von nicht aktiven IP-lern hinzugef�gt (vgl.
Aaron Swartz 2006). Demzufolge korrigieren die angemeldeten Benutzer
Sch�nheitsfehler und passen die Artikel dem Wikipedia-Stil an, die
substantiellen Beitr�ge - wie das Hinzuf�gen eines Artikels oder
Textabschnitts - werden von IP-lern durchgef�hrt.
[Inhaltsverzeichnis] |
|
Der Weg zum Wikipedianer |
5. Motivation der AutorInnen
�Wikipedia zeigt uns, warum es sich lohnt, in digitalen Netzwerken
zusammenzuarbeiten, statt in intellektueller Isolationshaft auf geniale
Einf�lle zu warten. Wikipedia hat die Welt zu einem intelligenteren Ort
gemacht. Wikipedia ist ein Werk der Vielen. Die erste Software der
Dichter und Denker.�
[Ralf M�ller-Schmid, dradio, �Die
Suche nach der Wahrheit�, 15.01.2011]
Meistens st��t man �ber eine Suchmaschine auf Wikipedia-Artikel. Beim
Lesen bemerkt man, dass der Artikel nicht vollst�ndig ist. Man besitzt
Informationen, die dem Artikel fehlen. Erfahrungsberichten zufolge ist
man gefangen, sobald einmal der Bearbeiten-Button gedr�ckt und
Informationen erg�nzt wurden. Verbesserungen und Erg�nzungen folgen -
man will mehr! Die Registrierung als Benutzer ist dann nur noch eine
Frage der Zeit (vgl. L�deke/C�ppers, Wikimedia 2011, S. 65/130). |
|
die 3 wichtigsten
Motive |
Die Wikipedianer arbeiten aus unterschiedlichen Gr�nden an dem Projekt
mit. Laut einer Online-Befragung des Psychologischen Instituts der
Universit�t W�rzburg zum Thema �Motivation von TeilnehmerInnen an
Wikipedia� sind die drei wichtigsten Motive f�r die Mitarbeit:
- Das Interesse, die Qualit�t von Wikipedia insgesamt zu verbessern;
- die �berzeugung, dass Informationen frei sein sollten;
- das Verbessern eigener Artikel und die Freude am Schreiben.
Die Studie zeigt, dass die Motivation zur Mitarbeit durch die
Wissenserweiterung und -verbreitung gest�rkt wird und dass von zentraler
Bedeutung ist, an einem langfristigen Projekt mitzuwirken (vgl. Schroer
2005,
Online-Befragung). Die Motivation des Benutzers Gripweed spiegelt
die oben genannten Punkte wieder: �Freies Wissen f�r jeden! Die
M�glichkeit, Teil von etwas Gr��erem zu sein. Mit meinem Wissen daf�r
sorgen, dass andere ihr Wissen vergr��ern, aber auch von anderen lernen.
Neues entdecken und altes hinterfragen� (Benutzer:GRIPWEED, Wikimedia
2011, S. 145). |
|
Freude an gemeinsamer Arbeit
Motivation durch Auszeichnungen
[lesenswerter
Artikel]
[exzellenter
Artikel]
Schreibwettberwerbe
Liebe zum Projekt |
Die Komponente der Teamarbeit, das �soziale Wissen�, f�hrt bei den
AutoreInnen zu Begeisterung und Motivation. Man lernt von den anderen,
muss jedoch damit rechnen, dass der eigene Text �berarbeitet wird. Jeder
ist ein Spezialist f�r gewisse Arbeitsbereiche: Die einen schreiben
Artikel, die anderen korrigieren Rechtschreibfehler und wieder andere
f�gen Kategorien oder Links hinzu. Alle arbeiten an einem Strang. Man
muss kompromissf�hig sein und die eigene Auffassungen zugunsten des
�Neutralen Standpunkts� in den Hintergrund stellen (vgl.
Benutzer:Gripweed, Wikimedia 2011, S. 146).
Eine geringe Anzahl an Usern sch�pft Motivation aus pers�nlichen Treffen
und nimmt an den monatlich stattfinden �Stammtischen� teil. Diese finden
meist in gr��eren St�dten statt. Hier besteht die M�glichkeit, anderen
Autoren im realen Leben zu begegnen und sich au�erhalb des Internets
auszutauschen (vgl. Schuler 2007, S. 121).
Anerkennung f�r Autoren und Artikel kann f�r alle sichtbar durch
Auszeichnungen zum Ausdruck kommen. Es gibt zum Beispiel �lesenswerte�
und �exzellente Artikel�, die von der Community selbst vorgeschlagen
werden k�nnen. Diese Beitr�ge m�ssen gewisse Kriterien erf�llen, wie
beispielsweise die Einhaltung der Neutralit�t und ein ausf�hrliches
Quellenverzeichnis. Die ausgezeichneten Artikel werden mit einem kleinem
Symbol versehen (vgl. Schuler 2007, S. 92). Es befindet sich rechts auf
H�he der Artikel-�berschrift.
Die Auszeichnungen dieser Artikel erf�llen mehrere Funktionen. Sie
weisen den Leser auf einen Artikel mit hoher Qualit�t hin. Au�erdem
sollen diese Artikel als Vorzeigeobjekte und Vorbilder f�r neue Artikel
dienen. Ein qualitativ hochwertiger Artikel ist auf der Hauptseite der
Wikipedia unter �Artikel des Tages� zu finden (vgl. Raschka, Wikimedia
2011, S. 96). Nicht wenige AutorInnen arbeiten auf eine Auszeichnung
ihres Artikels hin und schlie�en ihre Arbeit an dem Artikel erst ab,
wenn dieser eine Auszeichnung erlangt. Dies motiviert AutorInnen. Die
Auszeichnung wird auf der eigenen Benutzerseiten aufgelistet (vgl. ebd.
S. 97).
Au�erdem gibt es Schreibwettbewerbe, die die Motivation der AutorInnen
steigern sollen. Seit August 2007 wird j�hrlich die Johann-Heinrich-Zedler-Medaille
f�r den besten Wikipedia-Beitrag verliehen (vgl. Wilhelm, Wikimedia
2011, S. 268). Zudem gibt es einen Artikelmarathon, der erstmalig 2007
unter dem Namen �Stub-Wettbewerb� stattgefunden hat. F�nf Autoren
sollten innerhalb von sechs Stunden �ber einen vorgegebenen Inhalt die
meisten, mit Literatur belegten Artikel schreiben. Entstanden sind 34
Artikel. Der bereits acht Mal veranstaltete Artikelmarathon erbrachte
7862 Artikel von insgesamt 133 Autoren (vgl. Kulac, Wikimedia 2011, S.
118ff.). Im Zentrum steht hierbei die �spielerische Motivation zum
Artikelschreiben [...]. Bereits jeder Beitrag bringt die Wikipedia einen
Schritt weiter [...]: Dabei sein ist alles! Es lebe der Dienst an der
Verbesserung unserer Enzyklop�die� (ebd. S. 120)!
Wie also ist es m�glich, dass eine so gro�e Wissenssammlung durch
tausende freiwilliger AutorInnen geschaffen wird? Warum investieren sie
(zum Teil tagt�glich) ihre Zeit, arbeiten mit Hingabe und Leidenschaft
an dem Projekt Wikipedia mit, um ihr Wissen der ganzen Menschheit zur
Verf�gung zu stellen, und das alles ohne auch nur einen Cent daf�r zu
bekommen? Shirky schl�gt eine simple, aber �berzeugende Antwort vor:
�When people care enough, they can come together and accomplish things
of a scope and longevity that were previously impossible; they can do
big things for love� (Shirky 2008, S. 142, eigene Hervorhebung).
[Inhaltsverzeichnis] |
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Anlegen eines Accounts oder Mitarbeit als IP-ler
Vorteile eines
Accounts |
6. Wie schreibe ich einen Artikel?
Erste Schritte zum Autor - Abl�ufe in
der Wikipedia
Der folgende Abschnitt bietet
Interessierten, die aktiv in der Wikipedia mitarbeiten wollen, eine
erste Orientierung hinsichtlich der wichtigsten Abl�ufe in dem Projekt.
Zu Beginn stellt sich die Frage, inwieweit man Teil der Community sein
m�chte. Will man anonym als IP-ler aktiv sein oder ein Benutzerkonto
anlegen? Die meisten AutorInnen agieren zun�chst anonym und machen ihre
ersten Erfahrungen mit kleinen Bearbeitungschritten. Hierzu z�hlen die
Korrektur von Rechtschreib- und Kommafehlern sowie das Hinzuf�gen von
Textabschnitten (vgl. Schuler 2007, S. 241). Innerhalb der Wikipedia
bezeichnet man alle Arten von Bearbeitungen als Edits. Edits von IP-lern
werden kritisch und misstrauisch betrachtet. Hintergrund ist, dass bei
IP-lern die Gefahr von Vandalismus gr��er ist (vgl. van Dijk 2010, S.
30).
Entscheidet man sich f�r das
Anlegen eines Benutzerkontos, kann man unter seinem richtigen Namen oder
unter einem Pseudonym aktiv sein. Entscheidet man sich f�r ein
Pseudonym, dann sollte man, um von anderen AutorInnen ernst genommen zu
werden, auf die Auswahl des Nickname achten. Entscheidet man sich daf�r,
kein Pseudonym zu verwenden, muss man sich im klaren dar�ber sein, dass
alle Vorg�nge, die in der Wikipedia ablaufen, dokumentiert und
gespeichert werden. Und diese Informationen sind nicht nur in der
Wikipedia, sondern f�r das ganze Internet transparent.
F�r das Anlegen eines Accounts
spricht, dass damit wichtige Vorteile verbunden sind: Man hat
weitergehende Benutzerrechte, kann beispielsweise seine eigene
Benutzerseite gestalten oder Bilder hochladen (vgl. Schuler 2007, S.
141/241f). Ferner wird man von anderen Wikipedianern ernst genommen, und
diese k�nnen durch das Aufrufen einer Spezialseite die bisher
vorgenommenen Edits verfolgen. Zudem erh�lt man oftmals einen
Willkommensgru� und Ratschl�ge (vgl. van Dijk 2010, S. 30f).
Wikipedia bietet die M�glichkeit,
mehrere Benutzerkonten zu unterhalten. Wird das ausgenutzt (etwa bei
Diskussionen), gilt es als Missbrauch bzw. Vandalismus - Wikipedianer
verwenden hier den Begriff �Sockenpuppe�. Administratoren k�nnen diese
Benutzerkonten sperren (vgl. van Dijk 2010, S. 31f).
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Benutzerkonto
anlegen |
Das Anlegen des eigenen
Benutzerkontos erfolgt mit wenigen Klicks, zun�chst auf den Link
�Anmelden / Benutzerkonto erstellen� auf der Hauptseite. Den n�chsten
Schritt der Registrierung bildet ein Klick auf den Link �Hier legst du
ein Konto an�. Der weitere Ablauf ist verst�ndlich dargestellt. Die
Angabe der E-Mail-Adresse ist wichtig, da bei Passwortverlust ein neues
zugesendet werden kann. Dar�ber hinaus wird die E-Mail-Adresse nicht
�ffentlich sichtbar. Ferner kann man �ber die Benutzerseite mit anderen
Benutzern in E-Mail-Kontakt treten. Bei der Auswahl des Benutzernamens
sollte auf Sonderzeichen verzichtet und auf die Namenswahl geachtet
werden.
Das neue Benutzerkonto erh�lt automatisch nach vier Tagen den Status �best�tigt�.
Dann ist man befugt, Seiten zu verschieben oder Edits bei
halbgesch�tzten Seiten vorzunehmen. Weiterhin kann man nach
zweimonatiger Registrierung mit mindestens 200 Bearbeitungen eine
�Stimmberechtigung� f�r Meinungsbilder und die Administratorenwahl
erhalten. Den Status als Sichter kann man bereits nach 60 Tagen mit
mindestens 300 Bearbeitungen erreichen (vgl. van Dijk 2010, S. 34).
Eine aktive Teilnahme an Wikipedia setzt voraus, dass man den Anspr�chen
gerecht wird und nicht gegen die Grundprinzipien verst��t. Heutzutage
besteht man nicht nur auf grammatikalisch richtige S�tze, sondern auf
ein ausf�hrliches Quellenverzeichnis mit entsprechenden Fu�noten sowie
internen und externen Links (vgl. Benutzer:Singsangsung/van Dijk,
Wikimedi 2011, S. 48). Kommt es zu einer H�ufung von Regelverst��en,
besteht die Gefahr, gesperrt zu werden. Dann kann man keine Edits mehr
ausf�hren (vgl. van Dijk 2010, S. 28). Um zu verhindern, dass ein noch
unerfahrener Nutzer gesperrt wird, und um die Einarbeitung zu
erleichtern, stellt Wikipedia seit mehreren Jahren Mentoren f�r neu
angemeldete Benutzer bereit.
Mentorenprogramm
 |
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Hilfe f�r neue
AutorInnen |
Das am 29. April 2007 entstandene Mentorenprogramm der deutschsprachigen
Wikipedia bietet unerfahrenen Nutzern die Chance, mit einem erfahrenen
Autor in pers�nlichen Kontakt zu treten. Die Neulinge werden bei ihren
ersten Schritte in der Wikipedia von ihrem Mentor begleitet und k�nnen
sich mit allen aufkommenden Fragen und Probleme an ihn wenden. Um das
Mentorenprogramm nutzen zu k�nnen, muss man ein Benutzerkonto besitzen.
�berdies kann man seinen Mentor selbst ausw�hlen. Ferner kann der
Betreute, Mentee genannt, oftmals die Art der Kommunikation bestimmen.
Der Kontakt kann �ber Wikipedia, E-Mail, Instant-Messenger oder per
Telefon erfolgen. Auch nach Beendigung der Betreuung kann weiterhin ein
enger Kontakt zwischen Mentor und Mentee bestehen (vgl. Hector,
Wikimedia 2011, S. 71f). Aktuell befinden sich 288 Mentee bei 107
Mentoren in Betreuung (Wikipedia:Mentorenprogram
Stand: 03.02.2012).
Nutzt man das Angebot des Mentorenprogramms nicht bzw. will man nur als
IP-ler in der Wikipedia aktiv sein, stellen die folgenden Informationen
einen ersten �berblick �ber die Abl�ufe in der Wikipedia dar. |
|
vor den ersten Edits mit Wikipedia vertraut machen |
Versionsgeschichte
Bevor man sich den ersten Bearbeitungen zuwendet, sollte man sich mit
der Versionsgeschichte einer Seite besch�ftigen: Jede Seite in Wikipedia
besitzt eine Versionsgeschichte, auch Artikelhistory genannt. Diese
zeigt alle vorherigen Versionen der Seite an. So kann die Entwicklung
der Seite nachverfolgt werden. Die momentane Version der Seite kann �ber
den Botton �Bearbeiten� beliebig editiert werden. Der Artikel muss
anschlie�end mit dem Botton �Seite speichern� gesichert werden.
Automatisch erscheint bei der Versionsgeschichte die aktuellste Version
(vgl. van Dijk 2010, S. 63f.).
Die Versionsgeschichte des Artikels �Neckar� zum Beispiel beinhaltet
sowohl Beitr�ge von angemeldeten AutorInnen mit Benutzernamen als auch
von IP-lern mit entsprechender IP-Adresse. Bearbeitungen von Benutzern
mit Sichterstatus sind mit [automatisch gesichtet] gekenzeichnet. Die
Beitr�ge von IP-lern und neu angemeldeten Benutzern m�ssen jedoch
gesichtet werden, siehe [gesichtet von...]. Die in Klammern kursiv
geschriebenen Hinweise und Kommentare deuten auf die Ver�nderungen hin.

Die Versiongeschichte ist ein wichtiger
Bestandteil zur Sicherung jeglicher Bearbeitungen. Im Einzelfall kann es
bei schwerwiegenden Regelverst��en zur L�schung von Versionen kommen,
die durch Administratoren ausgef�hrt werden. Folglich k�nnen
ausschlie�lich Administratoren die entfernten Versionen sehen. �berdies
k�nnen Wikipedianer mit Oversight-Status in Ausnahmef�llen Versionen
l�schen, die sogar f�r Administratoren unsichtbar sind (vgl. van Dijk
2010, S. 65f.). |
|
mit kleinen Edits beginnen |
Seite bearbeiten
Mit dem Vorwissen �ber den Sinn der Versionsgeschichte einer Seite kann
man sich nun dem Prozess zuwenden, wie man eine Seite bearbeiten kann.
Hinsichtlich der Grundprinzipien und der vielen Regeln sollten die Edits
zu Beginn Schreibfehler und Umformulierungen umfassen, damit man die
vielen Abl�ufe in der Wikipedia verstehen und sich zurechtfinden kann.
Ein �Bearbeiten�-Button ist auf jeder Seite der Wikipedia vorzufinden,
au�er bei gesch�tzten Artikel, die von unangemeldeten und neu
angemeldeten Benutzern nicht bearbeitet werden d�rfen. Hier findet sich
anstelle des �Bearbeiten�-Buttons ein �Quelltext anzeigen�-Button. Auf
solchen gesch�tzten Seiten k�nnen �nderungsw�nsche nur auf der
dazugeh�rigen Diskussionsseite eingegeben werden. Zu den gesch�tzten
Seiten geh�ren beispielsweise fast alle verlinkten Artikel am linken
Seitenrand der Wikipedia-Hauptseite. Ausschlie�lich Administratoren sind
befugt, Seiten zu sch�tzen oder den Schutz aufzuheben (vgl.
Hilfe:Gesch�tzte Seiten, 03.02.2012).

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Wikisyntax
erst in der Spielwiese �ben |
Beim �ffnen einer Bearbeitungsseite erscheint der Quelltext des
aktuellen Artikels. Der Quelltext beinhaltet zum normalen Text
zus�tzliche Zeichen. Diese Schreibweise wird auch als Wikisyntax
bezeichnet. Bei Bezeichnungen, die kursiv hervorgehoben werden sollen,
m�ssen vor und nach dem Wort jeweils zwei Apostrophe gesetzt werden. Bei
fett gedruckten W�rter m�ssen jeweils drei Apostrophe gesetzt werden.
Eine ausf�hrliche Anleitung zur Wikisyntax ist auf der Seite
Hilfe:Textgestaltung zu finden.
�bungen zur Schreibweise der Wikisyntax k�nnen auf der Seite
Wikipedia:Spielwiese vorgenommen werden. Allerdings sollte man
bedenken, dass diese Seite auch eine Versionsgeschichte besitzt und man
keinen Unsinn reinschreiben sollte. Die Bearbeitungsseiten selbst
enthalten Bearbeitungshilfen, so dass die jeweiligen W�rter nur noch
markiert werden m�ssen und auf die entsprechenden Buchstaben,
beispielsweise K(kursiv) oder F(fett), geklickt werden muss. Die
Benutzeroberfl�che �hnelt g�ngigen Textverarbeitungsprogrammen.
Alle Bearbeitungen k�nnen direkt im Quelltext vorgenommen werden. Man
kann jedoch keine Zwischenspeicherung vornehmen. Es kann aber eine
Vorschau angezeigt werden, die anschlie�end wieder bearbeitet werden
kann. Die neu erstellte Version erscheint erst, nachdem die Seite
gespeichert wurde (vgl. van Dijk 2010, S. 66f.). Jede Bearbeitung eines
Anf�ngers, angemeldet oder nicht, muss durch einen Sichter gepr�ft
werden und wird erst nach dessen Freigabe f�r die �ffentlichkeit
sichtbar. Diese Sichtungen enden mit dem Erhalt des Sichterstatus (vgl.
ebd., S. 34). |
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Bearbeitungskonflikte
Edit Wars |
Bei der gemeinsamen Arbeit an einem Artikel kann es immer wieder zu
Auseinandersetzungen zwischen mehreren Wikipedianern kommen. Hierbei
unterscheidet man zwischen zwei Formen, dem Bearbeitungskonflikt und dem
Edit-War. Bearbeitungskonflikte k�nnen bei zeitgleicher Bearbeitung
eines Artikels durch zwei Wikipedianer entstehen. Hierbei handelt es
sich um das Problem, dass beide die gleiche Version aktualisieren wollen
und ggf. an den gleichen Textstellen Ver�nderungen vornehmen. Sobald
einer der beiden eine neuere Version speichert, k�nnen die Ver�nderungen
des anderen nicht mehr gespeichert werden. Grund hierf�r ist, dass immer
nur an der neuesten Version Bearbeitungen erfolgen k�nnen. Um dieser Art
von Konflikten vorzubeugen, kann die �Vorlage:In Bearbeitung� oben in
den Quelltext eingef�gt und gespeichert werden. Dadurch sind die anderen
Benutzer dar�ber informiert, dass der Artikel derzeit bearbeitet wird (vgl.
ebd., S. 68f.).
Eine unangenehmere Auseinandersetzung mit anderen Wikipedianer stellt
der Bearbeitungskrieg, Edit War, dar. Darunter wird die Uneinigkeit
zweier oder mehrerer Benutzer �ber den Inhalt eines Artikels verstanden.
Teilweise handelt es sich hierbei um kleinere Ver�nderungen, die von
einem Benutzer durchgef�hrt und von einem anderen r�ckg�ngig gemacht
werden. Wiederholt sich dieser Vorgang, kann sich ein Administrator
einschalten und den Artikel zeitweise sperren. W�hrenddessen sind
lediglich Administratoren befugt, den Artikel zu editieren. Sobald das
Problem behoben wurde, kann der Artikel wieder entsperrt werden. Diese
Edit Wars lassen sich in der Regel mit verl�sslichen Literaturangaben
verhindern bzw. beheben (vgl. ebd., S. 40).
Ungeachtet dieser gelegentlich auftretender Schwierigkeiten hat die
Zusammenarbeit mit anderen Wikipedianer einen hohen Stellenwert beim
Verfassen von Inhalten. Man muss mit all jenen kooperieren, die einen
Artikel oder Erg�nzungen lesen und diese kritisieren bzw. ver�ndern.
Dabei sollte der eigene Standpunkt sachlich vertreten, jedoch genauso
andere Meinungen toleriert werden. Der Leitgedanke - die Weisheit der
Vielen - sollte immer Priorit�t haben, um u.a. die Neutralit�t zu
gew�hrleisten (vgl. Weinberger 2007, S. 163f.). |
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Anlegen eines neuen Artikels:
Relevanz?
Literatur?
Name?
verst�ndlich schreiben
Wikifizieren
Aufbau eines Artikels:
Einleitung
Inhaltsverzeichnis
Haupttext
Belege |
Schreiben eines Artikels
Nachdem man ausreichend Erfahrungen mit kleineren Edits gesammelt hat,
kann man sich an das Schreiben eines eigenen Artikels wagen. F�r das
Anlegen eines neuen Artikels m�ssen verschiedene Punkte beachtet werden,
n�mlich die Relevanz des Themas und die Literaturrecherche. Au�erdem
muss nat�rlich gepr�ft werden, ob zu dem Thema bereits ein Artikel
existiert oder ob sich der geplante Beitrag besser als neuer Abschnitt
in einem vorhandenen Artikel eignet. Dar�ber hinaus spielt das Lemma (der
Titel) des Artikels eine zentrale Rolle. Hierf�r gibt es die eigens
angelegte Seite
Wikipedia:Namenskonvention, um einen geeigneten Titel zu finden.
Ein Artikel kann auf verschiedenen Wegen angelegt werden: Entweder durch
den Link �Neuen Artikel anlegen� direkt auf der
Hauptseite der Wikipedia, oder man gibt den Titel in das Suchfenster
ein. Falls die Suche keine Ergebnisse ergibt, erscheint der Hinweis,
dass der Artikel noch nicht existiert und mit dem roten Link erstellt
werden kann. Wird der Link ge�ffnet, erscheint eine Bearbeitungsseite,
woraufhin man den eigenen Text in das Bearbeitungsfenster einf�gen kann
(van Dijk 2010, S. 70f.). Um sicherzugehen, dass der Artikel korrekt
formatiert ist, kann eine Vorschau angezeigt werden. Ein kurzer
�berblick �ber den Inhalt des Artikels kann unter �Zusammenfassung und
Quellen� eingegeben werden, damit weitere Benutzer und Leser eine
Vorstellung haben, wovon der Artikel handelt. �berdies sollten
Hauptliteraturquellen eingef�gt werden.
Weitere Aspekte, wie Kategorisierung und Verlinkung des Artikels, k�nnen
anschlie�end hinzugef�gt werden, um erfahrene Autoren auf den Artikel
aufmerksam zu machen. Diese k�nnen sich mit dem Artikel
auseinandersetzen und ihn gegebenfalls bearbeiten. Abschlie�end wird der
Text gespeichert. Dadurch wird automatisch eine neue Seite mit dem
eigenem Artikel angelegt. Zu beachten ist, dass Artikel von Anf�ngern,
angemeldet oder nicht, erst einer Sichtung unterzogen werden. In den
folgenden Tagen - bis die Sichtung vorbei ist - sollte der eigene
Artikel beobachtet werden, um herauszufinden, ob es zu Regelverst��en
kam und ein L�schantrag gestellt wird (vgl.
Wikipedia:Neuen Artikel anlegen, 30.01.12).
Generell sollte beim Verfassen von Artikeln ber�cksichtigt werden, dass
der Text f�r jeden verst�ndlich ist. Hierbei orientiert sich die
Wikipedia im Hinblick auf �verst�ndliches Schreiben� an mehreren
Merkmalen des Hamburger Verst�ndlichkeitskonzepts, das von den drei
Psychologen Langer, von Thun und Tausch konzipiert wurde. Fremdw�rter
und Fachbegriffe sollten vermieden oder beschrieben bzw. verlinkt werden.
Zudem sollte der Satzbau nicht zu einfach oder zu kompliziert gestaltet
werden. Weiterhin sollten nur die wesentlichen Aspekte einer Thematik
aufgegriffen werden (vgl. van Dijk 2010, S. 86ff.). Weitere
Informationen erh�lt man unter folgenden Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:WikiProjekt_Benutzerfreundlichkeit/Tipps
und
http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Laientest.
Die verst�ndliche Formulierung eines Artikels bildet aber lediglich den
ersten Schritt auf dem Weg zu einem gelungen Artikel. Eine weitere
zentrale Aufgabe stellt das Wikifizieren des eigenen Artikels dar. Der
Begriff Wikifizieren steht f�r die Anpassung von Layout und Gliederung
an die Anforderungen der Wikipedia. Hier geht es um die Einteilung des
Artikels in Abschnitte, die interne und externe Verlinkung, die
Einbindung von Bildern sowie die Auflistung von Belegen und zus�tzlicher
Literatur. Das Wikifizieren eines Artikels ist sehr zeitaufw�ndig und
kann bei unerfahrenen Autoren �berfordernd sein. Die �berarbeitung eines
Artikels hinsichtlich der Wikifizierung wird anfangs von erfahrenen
Autoren �bernommen. Will man aber zu einem aktiven Autor avancieren,
muss man sich das Wikifizieren aneignen (vgl. van Dijk 2010, S. 97f.).
Die Artikel in der Wikipedia weisen einen einheitlichen Aufbau auf. Die
Einleitung eines Artikels liefert in wenigen S�tzen eine kurze
Begriffserkl�rung. Unabh�ngig vom restlichen Artikel sollte die
Einleitung die zentralen Inhalte des Themas umfassen, so dass der Leser
einen kleinen �berblick �ber das Thema erh�lt (vgl. ebd., S. 98). Unter
der Einleitung befindet sich das Inhaltsverzeichnis, das automatisch von
der Software erstellt wird, sobald ein Artikel mindestens drei
Abschnitte enth�lt. Im unteren Drittel des Artikels befinden sich die
Abschnitte �Belege� mit Fu�noten, weiterf�hrende �Literatur� sowie
�Weblinks� und �Siehe auch�. Letzteres verweist auf andere
Wikipedia-Artikel mit verwandten Themen. Der Abschnitt �Weblinks� zeigt
eine Auswahl an externen, themenbezogenen Links (vgl. ebd. S. 98-101).
Links im Artikel verweisen dagegen ausschlie�lich auf weitere Artikel
innerhalb der jeweiligen Wikipedia-Sprachversion. Besteht der verlinkte
Artikel, so ist der Link blau, bei (noch) nicht existierenden Artikeln
ist der Link rot. Links sollten nach M�glichkeit nur im Flie�text, nicht
in �berschriften oder in Lemma-Nennungen gesetzt werden (vgl. ebd., S.
103). |
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Vermeidung von L�schantr�gen
Gr�nde f�r einen L�schantrag |
Um zu vermeiden, dass ein anderer Benutzer einen L�schantrag f�r den
eigenen Artikel beantragt, sollte die ausf�hrliche Beschreibung auf der
Seite
Wikipedia:Wie schreibe ich gute Artikel? ber�cksichtigt werden.
L�schantr�ge k�nnen von jedem Wikipedianer gestellt werden. Liest man
pers�nliche Erfahrungsberichte fr�herer Neulinge wird geschildert, dass
�eine L�schdiskussion [...] demotivierend und kontraproduktiv [ist]� (Nebelsiek,
Wikimedia 2011, S. 64) oder dass man �partout nicht einsehen [will],
warum nun dieser - f�r mich sehr informative und hilfreiche - Artikel
gel�scht werden sollte� (L�deke, Wikimedia 2011, S. 66). Gelegentlich
wird die L�schdiskussion deshalb intern auch als �L�schh�lle� bezeichnet
(vgl. ebd., S. 65).
Es gibt mehrere Gr�nde, die zu einer L�schung f�hren k�nnen.
M�glicherweise entspricht der Artikel nicht den Relevanzkriterien oder
es wurde gegen weitere Anforderungen versto�en. Besteht jedoch der
Verdacht auf einen Versto� gegen das Urheberrecht oder beinhaltet der
Artikel fehlerhafte Inhalte, kann ein Schnelll�schantrag (SLA) beantragt
werden. Teilweise kommt es zur sofortigen L�schung des Artikels.
Andernfalls besteht eine Zeitspanne von sieben Tagen, w�hrenddessen
jeder Benutzer in der L�schdiskussion �ber den Erhalt oder die L�schung
des Artikels diskutieren kann.
Ein Administrator entscheidet nach dieser Frist nach den
Wikipedia-Regeln, ob der L�schantrag entfernt oder umgesetzt wird. Es
ist von zentraler Bedeutung, dass sich der Autor des Artikels an der
L�schdiskussion beteiligt. Bei der Diskussion sollte sachlich korrekt
und vern�nftig argumentiert werden. Gr��tenteils werden die Artikel
w�hrend der Frist �berarbeitet, so dass der L�schantrag zur�ckgezogen
wird. Hierbei k�nnen zus�tzliche Belege von Vorteil sein. L�schantr�ge
sind demnach sinnvolle Arbeitsmittel, um die Autoren auf unzureichende
Artikel aufmerksam zu machen (vgl. van Dijk 2010, S. 58f.). |
|
Eingangskontrolle
Beobachtungslisten |
Die beiden aufgef�hrten Formen der Bearbeitung, das Editieren eines
bereits existierenden und das Hinzuf�gen eines neuen Artikels,
durchlaufen immer eine Eingangskontrolle. Darunter versteht man, dass
jede Bearbeitung f�r alle Benutzer sowohl bei den �letzten �nderungen�
als auch bei den benutzereigenen �Beobachtungslisten� aufgef�hrt wird.
Ausgew�hlte Wikipedianer verf�gen zus�tzlich �ber weitere
Softwarefunktionen, um �nderungen zeitnah kontrollieren und Vandalismus
verhindern zu k�nnen (vgl. Raschka, Wikimedia 2011, S. 86f.).
Bei den Beobachtungslisten handelt es sich um ein weiteres besonderes
Feature, das nur angemeldeten Benutzern zur Verf�gung steht. Artikel,
die selbst hinzugef�gt oder bearbeitet wurden, k�nnen zu der eigenen
Beobachtungsliste hinzugef�gt werden. Damit erh�lt man einen �berblick
�ber alle weiteren Editierungen, die an dem Artikel vorgenommen werden.
Damit eine Seite in der Beobachtungsliste erscheint, muss der wei�e
kleine Stern in der Mitte des oberen Seitenrands angeklickt werden.
Anschlie�end leuchtet der Stern blau auf. Dieser Vorgang kann jederzeit
r�ckg�ngig gemacht werden. Alle Ver�nderungen k�nnen �ber den Link
�Beobachtungsliste� eingesehen und chronologisch angezeigt werden.
Zus�tzlich besteht die M�glichkeit, den Unterschied der neuesten zur
vorherigen Version einzusehen (vgl. van Dijk 2010, S. 73f.). |
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Kommunikationskan�le bei Wikipedia |
Die Wikipedia bietet facettenreiche M�glichkeiten, um mit anderen
Benutzer in Kontakt zu treten oder einen Kommentar abzugeben. Dazu
z�hlen u.a.:
Diskussionsseiten: Jeder Artikel und viele andere Seiten in der
Wikipedia besitzen eine Diskussionsseite. Diese dient u.a. f�r Fragen,
Bemerkungen oder �nderungsvorschl�ge hinsichtlich der Artikel. Hier geht
es also um ein Instrument zur Verbesserung der Artikel. Die
Diskussionsseiten sind aber auch f�r reine LeserInnen von gro�em
Interesse und bieten hilfreiche Zusatzinformationen �ber den blo�en Text
des Artikels hinaus.
Diskussionen: In der Wikipedia befinden sich spezielle Seiten,
die f�r Diskussionen angelegt sind. Ein Beispiel f�r eine Diskussion
befindet sich auf der Hauptseite, die unter dem gleichnamigen Link
erreichbar ist. Hier k�nnen Fragen gestellt und diskutiert werden. Diese
Seiten werden sowohl von Neulingen als auch von erfahrenen Wikipedianern
genutzt.
Benutzerdiskussionsseite: Diese Seite erm�glicht den direkten
Kontakt mit anderen Wikipedianern. Wird eine Nachricht hinterlassen,
erh�lt der Benutzer eine Benachrichtigung.
E-Mail: Eine nicht-�ffentliche Kontaktaufnahme mit einem anderen
Benutzer kann �ber E-Mail stattfinden. Bei der Angabe einer E-Mail-Adresse
in den Einstellungen verf�gt jeder Benutzer auf der Benutzerseite �ber
die Funktion �E-Mail an diesen Benutzer�.
Support-Team: In Beschwerdef�llen kann eine E-Mail an das
Support-Team gesendet werden. Das Team besteht aus Freiwilligen und
sollte nur benachrichtigt werden, wenn alle anderen Verfahrenswege kein
Ergebnis erzielten. Das Support-Team hat viele Aufgabenbereiche, die auf
der Seite
Wikipedia:Support-Team nachgelesen werden k�nnen.
[Inhaltsverzeichnis] |
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Tr�ger: Wikimedia Foundation
j�hrliche
Spendenaufrufe
keine Werbung, um unabh�ngig zu bleiben |
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7. Wie finanziert sich Wikipedia?
Die Finanzierung des Projekts erfolgt durch Spenden. Wikipedia-Gr�nder
Jimmy Wales ist sich selbst nicht sicher, ob �es entweder meine kl�gste
oder d�mmste Idee war�, sich gegen ein kommerzielles Interesse
entschieden zu haben (Wales, Wikimedia 2011, S. 9).
Wikipedia basiert auf der Grundidee von Open Source, d.h. f�r
jedermann frei und kostenlos zug�nglich zu sein sowie keinen Profit aus
dem Projekt zu erzielen. Um diese Idee zu verwirklichen, errichtete
Wales 2003 die Wikimedia Foundation und �bertrug ihr die Rechte an der
Online-Enzyklop�die (vgl. St�cklin 2010, S. 28). Die Wikimedia
Foundation ben�tigt (relativ) geringe finanzielle Mittel, die (bislang)
durch Spenden abgedeckt werden k�nnen.
Seit 2003 werden die Nutzer von Wikipedia j�hrlich zum Spenden
aufgerufen. Das non-profit Projekt soll weiterhin kostenlos,
werbefrei und (dadurch) unabh�ngig bleiben. Zahlreiche
Autoren und Spender der Wikipedia werben jedes Jahr f�r den
Spendenaufruf auf den Wikipedia-Seiten mit eigenem Portr�tfoto.
Beim j�ngsten Spendenaufruf (Ende 2011) konnte eine Rekordsumme von 20
Millionen Dollar von mehr als einer Million Spendern eingeworben werden.
Eine Gro�spende von 500.000 Dollar erhielt Wikipedia vom Google-Gr�nder
Sergey Brin und dessen Frau Anna Wojcicki (FAZ,
03.01.2012).
Google spendete der Wikimedia Foundation schon im Jahr 2010 zwei
Millionen Dollar (heise
online, 17.02.2010). Die gr��te Spende kam jedoch im Jahr 2008 von
der Alfred P. Sloan Foundation. Sie spendete drei Millionen Dollar (cnet
news, 25.03.2008).
Die Spendenkampagne von Wikimedia Deutschland e.V. verl�uft getrennt von
der Spendenaktion der amerikanischen Wikimedia Foundation. Dieses Jahr
spendeten �ber 160.000 Menschen mehr als 3,8 Millionen Euro an den
deutschen F�rderverein.
Die Spenden werden f�r verschiedene Aufgaben eingesetzt. Das meiste Geld
wird f�r die Softwareentwicklung ben�tigt. Zudem sollen internationale
Projekt der Wikipedia unterst�tzt werden, um die Online-Enzyklop�die in
weiteren Sprachen zu f�rdern. Au�erdem m�ssen die L�hne der rund zwanzig
Festangestellten bezahlt werden (vgl.
Wikimedia:Ihre Spende wirkt).
[Inhaltsverzeichnis] |
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Motive der
SpenderInnen |
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Die folgenden
Zitate spiegeln eine Auswahl an Gr�nden wider, die einzelne
Personen zum Spenden motivieren:
Dr.
Georgios Papagiannopoulos, M�nchberg (24. Dezember 2011):
�Freies Wissen ist einer der Grundsteine der Demokratie und
der Freiheit. Alles kann beraubt werden, das Wissen aber nicht!�
Udo Domr�se,
M�mbris (24. Dezember 2011): �Eine freie Enzyklop�die ist
einfach eines der wichtigsten Kinder der globalen Vernetzung.
Aus meiner eigenen beruflichen Praxis wei� ich, dass
Darstellungen aus Wikipedia auch Menschen in solchen L�ndern
erreichen, in denen Meinungsfreiheit noch nicht so gro�
geschrieben wird. So tr�gt Wikipedia zur Globalisierung der
Freiheit bei.�
Anonym (1.
Januar 2012): �Wikipedia sehe ich als unabh�ngige Organisation,
die mir unentgeltlich Informationen zur Verf�gung stellt. Auch
wenn ich es nicht immer �berpr�fen kann, ob alles zu 100 %
stimmt (gibt es das �berhaupt?), ist es f�r mich genial, mit
einem Mausklick Informationen zu bekommen.�
Ruben K�ker
(1. Januar 2012): �Die Wikipedia setzt sich das Ziel, Wissen
kostenfrei f�r alle Menschen bereitzustellen. Wissen und
Aufkl�rung sind nach meiner Auffassung Grundrechte, die
niemandem verwehrt werden d�rfen. Der technische Aufwand
jedoch fordert auch seine Kosten. Dass die Wikipedia weiterhin
werbefrei und unabh�ngig bleibt, spielt eine gro�e Rolle.
Darum habe auch ich gespendet.�
Werner
Krauskopf, Kronberg (1. Januar 2012): �Das Wissen der Welt
muss allen Menschen zur Verf�gung stehen, ohne dass sie daf�r
bezahlen m�ssen. Wikipedia hilft (auch mir) dabei - jeden
Tag!�
Nahne
Ingwersen, Berlin (3. Februar 2012): �Warum ich f�r Wikipedia
gespendet habe? Ich kenne niemanden, der es nicht benutzt.�
Diese und
weitere Spendenkommentare k�nnen
hier nachgelesen werden. |
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Gemeinsamkeiten aller Projekte
Wiktionary |
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8. Weitere Projekte der Wikimedia Foundation
Wikipedia ist zweifellos das bekannteste und erfolgreichste Projekt
der
Wikimedia Foundation, aber im Schatten von Wikipedia verfolgt
die Stiftung eine Reihe von weiteren interessanten Projekten, die in
diesem Abschnitt kurz vorgestellt werden sollen.
Allen Projekten ist gemeinsam, dass sie die Software
MediaWiki verwenden und auf freiwilliger Mitarbeit basieren.
Durchg�ngig wird eine
Creative
Commons Lizenz verwendet. Die Inhalte sind also frei nutzbar und
d�rfen ver�ndert werden. Im Rahmen des von der Lizenz erlaubten
d�rfen sie auch kopiert und weitergegeben werden.
Bereits ein Jahr nach dem Start der Wikipedia (2001) wurde 2002
Wiktionary
ins Leben gerufen. Ziel dieses Schwesterprojekts aus der
Wikimedia-Familie ist die gemeinschaftliche Erstellung freier
W�rterb�cher und Thesauri aller Sprachen. Zwischenzeitlich ist das
"Online-Dictionary"auf �ber 3 Millionen Artikel in mehr als 100
Sprachversionen angewachsen. |

Projektfamilie der Wikimedia Foundation |
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Wikiquote
Wikibooks
Wikisource |
Im Juli 2003 fiel der Startschuss f�r zwei weitere Projekte: W�hrend
Wikiquote dazu
dient, Zitate bekannter Pers�nlichkeiten, Sprichw�rter, Merk- und
Sinnspr�che, Slogans etc. zu sammeln (die
deutsche Sprachversion besteht im Moment aus knapp 7000 Artikeln),
geht es bei
Wikibooks darum, frei nutzbare elektronische B�cher mit
Lehrmittelcharakter zusammenzustellen. Das k�nnen Lehrb�cher sein, aber
auch Sprachkurse oder Anleitungen. Das Projekt richtet sich an
Sch�lerInnen, Studierende und Lehrende, die die Ressourcen f�r den
Unterricht oder zum Selbststudium nutzen k�nnen.
Im November 2003 stie� ein weiteres Projekt zur Wikimedia-Familie:
Wikisource sammelt freie Quellentexte. "Darunter fallen", so die
Projektbeschreibung
auf der Website der Stiftung, "auch literarische und lyrische Werke,
vor allem jedoch Fachliteratur, die entweder gemeinfrei ver�ffentlicht
wurde oder deren Kopierschutz ausgelaufen ist. Wikisource ist keine
Sammlung neu verfasster Texte von Benutzern, es verfolgt anders als die
�brigen Projekte den Ansatz, Werke in einer bestimmten korrekten Form zu
sammeln, die innerhalb des Projektes nicht mehr ver�ndert werden sollten,
jedoch frei nutzbar sind." |
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Wikispecies
Wikimedia Commons
Wikinews
Wikiversity |
Im Rahmen von
Wikispecies soll ein offenes und freies Artenverzeichnis mit
wissenschaftlichem Anspruch entstehen. Im Moment umfasst das Wiki
bereits mehr als 300.000 Artikel.
Im September 2004 begann die Stiftung, mit
Wikimedia Commons ein zentrales Repositorium f�r freie Bilder,
Videos, Musik und gesprochene Texte zu schaffen, die in andere
Wikimedia-Projekte, v.a. nat�rlich in Wikipedia integriert werden k�nnen.
Im Moment gibt es mehr als 12 Millionen freie Mediendateien!
Wikinews wurde
Ende 2004 begonnnen und erg�nzt Wikipedia um aktuelle Nachrichten: "Wikinews-Teilnehmer
aus der ganzen Welt schreiben gemeinsam Nachrichten. Die Werke reichen
von Originalberichten bis zu Zusammenfassungen von Nachrichten externer
Quellen. F�r all diese Werke gilt, dass sie unter neutraler Sichtweise
verfasst werden" (siehe
http://wikimediafoundation.org/wiki/Unsere_Projekte).
Den bislang j�ngsten Zuwachs (August 2006) bildet
Wikiversity,
eine Plattform zum gemeinschaftlichen Lernen, Lehren, Nachdenken und
Forschen. Dabei ist der Name irref�hrend, denn es soll nicht nur um den
universit�ren Bereich gehen. "Wikiversity ist offen f�r Materialien und
Gemeinschaften jeglicher Lernaktivit�ten. Die Art und Weise, wie
Lernaktivit�ten und -gemeinschaften unterst�tzt werden k�nnen, wird
immer noch erforscht" (siehe
http://wikimediafoundation.org/wiki/Unsere_Projekte). Ein Blick auf
die Seite zeigt aber dann doch, dass die Universit�t Modell steht
("Cafeteria", "Campus"). Noch ist nicht klar, welche Arbeitsteilung mit
verwandten Projekten wie Wikibooks vorgesehen ist.
Insgesamt wird deutlich, dass der Erfolg von Wikipedia die Stiftung zu
befl�geln scheint. Innerhalb weniger Jahre wurden die Grundlagen f�r
viele weitere vielversprechende Projekte gelegt. Wie bei der Wikipedia
gilt aber auch hier: Die Sache funktioniert nur dann und nur solange,
wie die jeweilige Community das Projekt tr�gt und verteidigt.
[Inhaltsverzeichnis] |
|
Hintergrund f�r die heftige Kritik |
9. Ist Wikipedia eine zuverl�ssige Quelle?
"Kein anderes Social-Software-Projekt hat in den letzten Jahren so viel
Aufmerksamkeit, Bewunderung und Kritik erfahren wie die Online-Enzyklop�die
Wikipedia. Das gro�e Interesse an der Wikipedia l�sst sich nicht allein
damit erkl�ren, dass scheinbar aus dem Nichts innerhalb weniger Jahre
die gr��te Enzyklop�die der Welt entstand. Aufsehen erregte vor allem,
wie sie entstand: In der Wikipedia kann nicht nur jeder Benutzer
eigene Artikel erstellen, sondern auch fremde Lexikoneintr�ge frei
bearbeiten" (Ebersbach u.a. 2011, S. 55).
Jede/r kann mitschreiben an dieser Enzyklop�die. An diesem zentralen
Erfolgsfaktor entz�ndet sich auch die immer wieder vorgebrachte Kritik:
"Was soll schon rauskommen, wenn jeder schreiben kann, was er will!"
Hinter dieser Kritik steht das tief verankerte Vorurteil, dass die Masse
dumm sei. Als Kronzeugen werden in der Regel Charles Mackay (Extraordinary
Popular Delusions and the Madness of Crowds, 1841) und Gustave Le
Bon (Psychologie des Foules, 1895 � deutsch: Psychologie der
Massen) aufgerufen. An Belegen scheint es nicht zu fehlen, die
Geschichte bietet reichlich Anschauungsmaterial f�r dumme Massen (von
Lynch-Mobs bis hin zu periodisch wiederkehrenden Spekulationsblasen an
der B�rse). Wikipedia kann demnach nicht gut sein, weil das Welt- und
Menschenbild dies nicht zul�sst. |
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Weisheit der Vielen |
"Massen" � Gruppen von Menschen � sind aber nicht per se dumm, ebenso
wenig sind sie aber auch immer weise, wie Surowieckis These von der "wisdom
of crowds" h�ufig missverstanden wird. In seinem Buch "The Wisdom
of Crowds" gelingt es ihm zu zeigen, unter welchen Bedingungen
Gruppen gute bzw. schlechte Entscheidungen treffen (siehe Seite "Weisheit
der Vielen"). Und er weist auf einen Umstand hin, der hilft, die
Widerst�nde gegen Wikipedia besser zu verstehen: "One of the striking
things about the wisdom of crowds is that even though its effects are
all around us, it�s easy to miss, and, even when it�s seen, it can be
hard to accept" (Surowiecki 2005, S. XIV). |
|
Warum ist Wikipedia so erfolgreich? |
Der Erfolg von Wikipedia mag schwer zu akzeptieren sein � auch und
gerade, wenn man Teil der traditionellen Wissenselite ist �, schwer zu
verstehen ist er nicht: Ein ausgegebenes Ziel (das Wissen der Menschheit
zu sammeln und frei zug�nglich zu machen) hat sich als so attraktiv
erwiesen, dass sich eine ausreichend gro�e und heterogene Community
zusammengefunden hat, um das Projekt in Angriff zu nehmen. Und bislang
ist es gelungen, die Community bei der Stange zu halten. Dabei war
sicherlich hilfreich, dass es sich um ein non-profit Projekt
handelt, das sich ausschlie�lich �ber Spenden finanziert. Hinzu kommt,
dass das eingesetzte Mittel (Wiki-Software) ausreichend einfach zu
bedienen ist. |
|
Grundprinzipien |
David Weinberger (2011, S. 168) bringt es auf den Punkt, wenn er
schreibt: "The network of Wikipedians is bound together by shared
enthusiasm, an ethos, and constitutional principles." Geht man der Frage
nach, ob Wikipedia eine zuverl�ssige Quelle darstellt, verdienen die
"constitutional principles" besondere Beachtung, die wir � ihrer
Bedeutung entsprechend � ausf�hrlich dargestellt haben (2.
Grundprinzipien der Wikipedia). Das erste der vier Grundprinzipien
ist das wichtigste:
Wikipedia ist eine Enzyklop�die. Das scheint auf den ersten Blick
banal zu sein, kann aber in seiner Bedeutung kaum �bersch�tzt werden,
wie in der Folge auszuf�hren sein wird. Au�erdem hat die Tatsache, dass
Wikipedia ein bekanntes Konzept � das der Enzyklop�die � aufgreift,
wesentlich zum Erfolg beigetragen, weil sich dadurch (manche)
Koordinierungsfragen erst gar nicht stellten, wie Clay Shirky (2008, S.
116) betont:
"Wikipedia, like all social tools, is the way it is in part because of
the way the software works and in part because of the way the community
works. Though wikis can be used for many kinds of writing, the early
users were guided by the rhetorical models of existing encyclopedias,
which helped synchronize the early work: there was a shared awareness of
the kind of writing that should go into a project called Wikipedia. This
helped coordinate the users in ways that were not part of the software
but were part of the community that used the software." |
|
Was Wikipedia nicht ist
Community ist der entscheidende Faktor |
Dass Wikipedia eine Enzyklop�die ist, hat zur Folge, dass es vieles
andere nicht sein kann, etwa ein W�rterbuch, ein Forum f�r den Austausch
von (wissenschaftlichen) Ideen oder Theorien, ein Nachrichtenportal usw.
Zur Frage, was Wikipedia nicht ist, gibt es sogar eine
eigene Seite auf Wikipedia. F�r viele dieser anderen Zwecke hat die
Wikimedia Foundation Schwesterprojekte wie Wikinews oder Wiktionary ins
Leben gerufen (8. Weitere Projekte der Wikimedia Foundation).
Zum Konzept der Enzyklop�die geh�rt weiterhin zwingend � und dabei
handelt es sich um das zweite Grundprinzip der Wikipedia �, dass die
Artikel m�glichst neutral sein sollen. Daf�r steht das zwischenzeitlich
�ber die Reihen der Wikipedianer hinaus bekannt gewordene K�rzel NPOV
("neutral point of view"). �ber die Einhaltung dieser Prinzipien (und
weiterer Regeln beispielsweise hinsichtlich der Relevanz von Artikeln)
wacht die Community. Sie ist der entscheidende Faktor, der in den
g�ngigen Vorw�rfen ("da kann jeder reinschreiben, was er will")
ausgespart bleibt. Wikipedia funktioniert, weil und solange ausreichend
viele Menschen Beitr�ge leisten UND weil und solange die Community dem
Vandalismus Herr werden kann. |
|
Bedrohung durch Vandalismus
Qualit�t als zentrales Ziel |
Vandalismus � der Missbrauch des Projekts � stellt die gr��te Bedrohung
dar. Die Formen sind vielf�ltig: falsche oder einseitige Informationen,
aus Dummheit oder zu PR-Zwecken (Wikipedia z�hlt zu den zehn am meisten
besuchten Websites der Welt!). Die Community reagiert laufend auf diese
Bedrohung und probiert neue Instrumente aus. So wurde etwa die Sichtung
eingef�hrt. Das bedeutet, dass Bearbeitungen von Neulingen erst sichtbar
werden, wenn sie gesichtet wurden und bei dieser Pr�fung festgestellt
wurde, dass es sich nicht um offensichtlichen Vandalismus handelt.
Diese und weitere Ma�nahmen dienen der Qualit�tssicherung und -steigerung,
einem zentralen Ziel der Wikipedia. Schritt f�r Schritt werden die
Anspr�che an die Artikel hochgeschraubt. Sichtbares Zeichen hierf�r ist,
dass zunehmend Belege f�r die Informationen beigef�gt werden m�ssen.
Wikipedia n�hert sich damit immer mehr wissenschaftlichen
Gepflogenheiten. Au�erdem wurden Auszeichnungen eingef�hrt ("Lesenswerter
Artikel", "Exzellenter Artikel"), die nicht nur zur Motivation der
AutorInnen beitragen, sondern auch ausgesprochen hilfreich f�r Leser
sind. |
|
Wikipedia ist ein zuverl�ssiges LEXIKON, kein Ersatz f�r Fachliteratur
Lesen alleine
reicht nicht
mehr als ein Lexikon
sinnvolle Nutzung
Wikipedia-Verbot nicht nur ungerechtfertigt, sondern sch�dlich |
Die Frage, ob Wikipedia eine zuverl�ssige Quelle ist, kann also mit ja
beantwortet werden, sofern dieses Lexikon auch als solches genutzt wird
(z.B. als Einstieg in ein neues Thema und nicht als Ersatz f�r
Fachliteratur). Denn "gl�cklicherweise gibt es [...] weit mehr Autoren,
die richtige Informationen einstellen, als solche, die Fehler verbreiten"
(Richardson 2011, S. 96). Die Zuverl�ssigkeit gilt uneingeschr�nkt f�r
Artikel mit Auszeichnung. Sie wird im �brigen durch einschl�gige Studien
best�tigt (z.B. Giles 2005 oder G�nderoth/Sch�nert 2007).
Bei "normalen" Artikeln m�ssen allerdings mehrere Aspekte beachtet
werden. So kann nicht vollst�ndig ausgeschlossen werden, dass man das
Pech hat, einen Artikel zu lesen, der kurz zuvor von einem Vandalen
heimgesucht wurde. Das hei�t, dass neben dem Text des Artikels auch die
Versionsgeschichte und gegebenenfalls die Diskussionsseite einbezogen
werden muss, was � nebenbei bemerkt � beim Einstieg in ein Thema �ber
das Aufsp�ren von Vandalismus hinaus sehr hilfreich sein kann. Im
Unterschied zu herk�mmlichen Lexika wird man sofort auf strittige
Aspekte und Kontroversen aufmerksam, die ansonsten von typischen
Lexikonformulierungen �berdeckt werden.
"Wikipedia ist", so Stefan M�nker (2009, S. 97), "tats�chlich mehr als
ein blo�es Nachschlagewerk geronnenen Wissens: Sie ist, gerade auf den
jeden Artikel begleitenden Diskussionsseiten, auch die Live-Dokumentation
der Entstehung und des Wandels von Wissen; sie ist aber auch [...]
aufgrund ihres Erfolges daf�r verantwortlich, dass wir �ber den Begriff
des Wissens selber neu nachdenken m�ssen!"
Hinsichtlich der Frage nach der Verl�sslichkeit l�sst sich bilanzieren:
Nutzt man die Online-Enzyklop�die angemessen, also beispielsweise
-
um sich einen groben �berblick �ber eine (neue) Thematik zu verschaffen
(hier kann auch
WikiMindMap sehr hilfreich sein, ein Dienst, der auf Wikipedia
aufsetzt),
-
um Begriffe zu kl�ren, bei denen es nicht um die zentrale Fragestellung
der zu erstellenden Arbeit geht, sondern bei denen ein schnelles
Nachlesen en passant gen�gt,
-
um weitere Quellen zu einem (neuen) Thema zu finden (Belege, Links),
-
um sich �ber aktuellere Entwicklungen zu informieren, die noch nicht in
Fachb�chern zu finden sein k�nnen,
dann spricht nichts gegen den Einsatz von Wikipedia. Dar�ber hinaus w�re
ein Wikipedia-Verbot sch�dlich, w�rde man sich doch einer
vielversprechenden Chance berauben, im Unterricht oder in Seminaren im
Sinne des Lernens 2.0 auf Wissen(sgenerierung) im Web 2.0-Zeitalter zu
sprechen zu kommen. Wie kann web literacy besser vermittelt
werden als anhand einer Auseinandersetzung mit einem Wikipedia-Artikel?
Wo wird "Lernen als Prozess" anschaulicher? Kurz und gut: Man kann
Wikipedia nicht nur nutzen, man sollte Wikipedia sogar nutzen,
gerade in der Schule und an der Hochschule.
Dabei versteht sich von selbst, dass f�r Wikipedia das gleiche gilt wie
f�r alle Quellen: Man sollte sich nie auf eine einzige Quelle verlassen,
immer mehrere Quellen verwenden und diese kritisch pr�fen. F�r den
Bereich wissenschaftlicher Arbeiten kann nur unterstrichen werden, was
Christian Spannagel bereits 2006 in seinem
Blog-Beitrag "Wikipedia als Quelle in wissenschaftlichen Arbeiten"
geschrieben hat:
"Eine wichtige Voraussetzung wissenschaftlichen Arbeitens ist die
Kenntnis der relevanten wissenschaftlichen Literatur (Fachb�cher,
Zeitschriften, Journalartikel usw.). Mit Hilfe einer Enzyklop�die (wie
beispielsweise Wikipedia) kann man sich einen groben �berblick �ber ein
Wissensgebiet verschaffen. Durch die Lekt�re wissenschaftlicher
Literatur eignet man sich detailliertes Expertenwissen an. Niemand w�re
fr�her auf die Idee gekommen, nur den Brockhaus als Quelle beim
Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten zu verwenden und stattdessen auf
die Lekt�re wissenschaftlicher Quellen zu verzichten. Es wird auch
niemand ernsthaft behaupten wollen, dass man sich mit Hilfe eines
Wikipedia-Artikels in ein wissenschaftliches Gebiet einarbeiten kann.
Daf�r hat Wikipedia andere Qualit�ten."
Das folgende Video "Wikipedia: Beneath the
Surface" fasst viele zentrale Aspekte rund um die Online-Enzyklop�die
nochmals (in englischer Sprache) zusammen:
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Literaturverzeichnis
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in: Stern 50/2007, S. 30ff.
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Weinberger, David (2011), Too Big to Know. Rethinking Knowledge
now that the Facts aren't the Facts, Experts are Everywhere, and the
Smartest Person in the Room is the Room, Basic Books.
Wikimedia Deutschland e.V. (2011), Alles �ber Wikipedia. Und die
Menschen hinter der gr��ten Enzyklop�die der Welt, Hoffmann und Campe
Verlag.
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[Autoren: Sarah Brenner / Katharina Kuen / Dr. Ragnar M�ller]
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